RingCentral hat einen Datenschutzvorfall bestätigt, der nach Angaben des Unternehmens auf eine „ausgefeilte Social-Engineering-Kampagne“ zurückgeht. Der Vorfall ereignete sich im Juli. Nach der Entdeckung habe das Unternehmen umgehend Maßnahmen ergriffen, um die unbefugten Aktivitäten zu stoppen, und mit Hilfe eines externen Forensik-Dienstleisters Ermittlungen aufgenommen.
Nach Darstellung von RingCentral war nur ein begrenzter Teil der Kunden betroffen. Diese Personen seien direkt informiert worden. Das Unternehmen erklärte außerdem, dass der Vorfall die Kernplattform von RingCentral nicht betroffen habe und die Dienste ohne Unterbrechung weiterliefen.
Welche Angreifer hinter dem Vorfall stehen, hat RingCentral nicht benannt. Allerdings nahm die Erpressergruppe ShinyHunters das Unternehmen bereits gegen Ende Juli in ihre über Tor erreichbare Leak-Seite auf und behauptete, mehr als 623 Gigabyte an Daten entwendet zu haben. Etwa eine Woche später veröffentlichte ShinyHunters ein 280-Gigabyte-Archiv mit den mutmaßlich bei RingCentral gestohlenen Daten, nachdem das Unternehmen den Forderungen der Erpresser laut Bericht nicht nachgekommen war.
Einen neuen Anhaltspunkt zum Umfang des Vorfalls lieferte am Donnerstag die Datenpannen-Plattform HaveIBeenPwned. Sie nahm die veröffentlichten Informationen in ihre Datenbank auf und erklärte, das Material umfasse ungefähr 1,6 Millionen eindeutige E-Mail-Adressen. Den Datensätzen seien zudem Namen, Anschriften und Telefonnummern beigefügt.
RingCentral hat die Angaben der Angreifer und auch die Zahl der potenziell betroffenen Personen bislang nicht bestätigt. Damit bleibt offen, ob die von HaveIBeenPwned erfasste Größenordnung vollständig dem tatsächlichen Schadenbild entspricht. Fest steht nach den vorliegenden Angaben jedoch, dass veröffentlichte Datensätze mit persönlichen Informationen im Umlauf sind.
RingCentral ist ein Cloud-Anbieter für Unified-Communications- und Contact-Center-Lösungen. Die Plattform umfasst geschäftliche Telefonie, Team-Messaging, Videokonferenzen sowie KI-gestützte Werkzeuge für die Zusammenarbeit von Mitarbeitern und die Interaktion mit Kunden.
