Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Angriff, bei dem Täter über vier Tage hinweg im November 2023 unbefugt Geld von Konten deutscher Onlinebanking-Kunden abhoben. Nach Darstellung des BKA nutzten sie dazu eine Schwachstelle bei einem Zahlungsdienstleister aus. Die brasilianischen Behörden ergänzten, der Vorgang habe geklonte Zahlungskarten umfasst.

Das Bundeskriminalamt erklärte, drei Verdächtige seien in Europa festgenommen und wegen Betrugs angeklagt worden. Die brasilianische Bundespolizei sprach von vier weiteren Festnahmen im Rahmen der Operação Klonen. Bei der Aktion wurden demnach landesweit 21 Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlüsse vollstreckt.

Laut Polizei wurde das erbeutete Geld anschließend über Netzwerke in Brasilien und vier europäischen Ländern bewegt und gewaschen. Die in Europa festgenommenen Verdächtigen sollen nach Angaben des BKA in Spanien und Bulgarien strafrechtlich verfolgt werden. An den Ermittlungen beteiligt waren den Angaben zufolge außerdem Behörden aus Spanien und Bulgarien sowie die Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Welche Bank konkret betroffen war, ließen sowohl das BKA als auch die brasilianische Bundespolizei offen. Brasilianische Medien berichteten jedoch, es handele sich um die Commerzbank. Deutsche Medien hatten bereits Ende 2023 gemeldet, dass die Frankfurter Bank einen Angriff mit einem Schaden von 30 Millionen Euro erlitten habe. Damals erklärte das Institut, Kunden würden keine Verluste tragen. Eine Anfrage zur Stellungnahme blieb zunächst unbeantwortet.

Die brasilianischen Behörden erklärten zudem, Gerichte im Land hätten die Beschlagnahme von „Finanzvermögen, Fahrzeugen und Immobilien“ im Wert von mehr als 20 Millionen Dollar angeordnet. Darüber hinaus teilte die Polizei mit, eine im Zuge der Ermittlungen identifizierte Person habe im Jahr 2024 für ein Wahlamt kandidiert und einen Teil des unrechtmäßig erlangten Geldes für den Wahlkampf verwendet. Den Namen nannte die Behörde nicht.

Örtliche Medien berichteten, dabei habe es sich um einen Kandidaten für den Stadtrat in Rio de Janeiro gehandelt. Außerdem teilte die brasilianische Polizei mit, bei den Maßnahmen gegen die Verdächtigen sei auch ein 3-D-Drucker sichergestellt worden, der zur Herstellung von Waffen verwendet worden sei.