SafePal zufolge wurden alle betroffenen Kunden am 16. August per E-Mail mit dem Betreff „[Wichtig] Ihre SafePal-Bestellinformationen sind betroffen“ benachrichtigt. Zusätzlich hat das Unternehmen ein Online-Werkzeug veröffentlicht, über das Kunden prüfen können, ob ihre Bestelldaten zu den entwendeten Informationen gehören.

Nach Angaben von SafePal erhielt das Unternehmen bereits Anfang Mai 2026 einen Hinweis, der zu dem Vorfall passte. Zunächst sei dieser als Einzelfall behandelt worden. In dem Sicherheitshinweis schreibt SafePal, man habe den Fall später zu einer formellen Sicherheitsuntersuchung hochgestuft und zusätzliche Schutzmaßnahmen eingeführt. Weil das E-Commerce-System aus mehreren verbundenen Komponenten, externen Integrationen und Logistikpartnern von Drittanbietern bestehe, habe man mehrere mögliche Ursachen zunächst nicht sofort ausschließen können.

Im Juli begann SafePal nach eigener Darstellung eine „vollständige Überprüfung und Neuaufsetzung“ seines Systems zur Bestellabwicklung. Dabei entdeckte das Unternehmen eine Autorisierungsschwachstelle in der Funktion zur Sendungsverfolgung eines Plug-ins. Diese Lücke ermöglichte unbefugten Zugriff auf Bestellinformationen anderer Kunden. SafePal gibt an, die Schwachstelle geschlossen und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt zu haben. Zudem arbeite das Unternehmen mit einer externen Sicherheitsfirma zusammen, um die Behebung zu validieren und die Bestellsysteme umfassender zu überprüfen.

Im Zuge der Untersuchung kam SafePal zu dem Ergebnis, dass ein Bedrohungsakteur die Schwachstelle tatsächlich ausgenutzt und Bestellinformationen von etwa 39.798 Kunden entwendet hat. Darüber hinaus entdeckte das Unternehmen einen separaten Konfigurationsfehler: Ein Prozess zur Datenbereinigung funktionierte zwischen September 2025 und April 2026 nicht korrekt. Dadurch blieben Bestelldaten bis zurück in den März 2025 gespeichert.

Für betroffene Bestellungen habe SafePal personenbezogene Daten inzwischen von aktiven E-Commerce-Servern gelöscht. Eine verschlüsselte Offline-Kopie werde jedoch für mögliche Ermittlungen von Strafverfolgungsbehörden aufbewahrt. Kunden müssen ihre Hardware-Wallets nach Angaben des Unternehmens wegen des Vorfalls nicht austauschen und auch keine Kryptowährungen auf neue Wallets verschieben.

Gleichzeitig warnt SafePal vor gezielten Phishing-Mails und Anrufen, etwa zu Firmware-Upgrades, Produktrücksendungen, Erstattungen oder angeblichen rechtlichen Ermittlungen. Laut Unternehmen meldeten Kunden bereits im Mai SafePal-Phishing-Mails und Telefonanrufe. Unklar ist laut Bericht, ob dies direkt mit dem Vorfall zusammenhängt. Ein Kunde schrieb auf X, er habe im Mai eine Phishing-Mail zu SafePal sowie einen Anruf von einer Person erhalten, die sich als Mitarbeiter des Unternehmens ausgab. In der Mail hieß es, im Hardware-Wallet SafePal X1 sei eine Sicherheitslücke entdeckt worden, die ein Firmware-Update erforderlich mache.

Dass die gestohlenen Daten inzwischen angeboten werden, berichtete DarkWebInformer. Demnach nennt der Verkäufer im Cybercrime-Forum denselben betroffenen Bestellzeitraum und dieselbe Zahl von rund 39.798 Kunden wie SafePal. Potenziellen Käufern biete der Akteur außerdem Bestell-ID und Lieferland aus gestohlenen Bestellungen an, die sich über SafePals Online-Prüfwerkzeug als Echtheitsnachweis verifizieren ließen. In dem Forenbeitrag heißt es sinngemäß: Wer nur sehr niedrige Angebote machen wolle, solle gar nicht erst schreiben. BleepingComputer konnte nicht unabhängig bestätigen, dass der Bedrohungsakteur tatsächlich über die gestohlenen Daten verfügt.

SafePal teilt außerdem mit, bereits mehr als 30 betrügerische Websites und Phishing-Links entfernt zu haben, die mit diesem Vorfall in Verbindung stehen. Falls Kunden allerdings bereits auf eine Phishing-Mail oder eine Textnachricht reagiert und ihre Seed-Phrasen oder privaten Schlüssel preisgegeben haben, sollten sie ihre Wallet laut SafePal als kompromittiert behandeln und Vermögenswerte auf eine neue Wallet auf einem vertrauenswürdigen SafePal-Gerät oder in der offiziellen Anwendung übertragen.