Nach Darstellung von SafePal geht der Vorfall auf eine Schwachstelle in der Order-Tracking-Funktion eines Plugins für Kundenbestellungen zurück. Darüber hätten Angreifer Zugriff auf Kundeninformationen erhalten. Das Unternehmen nennt als betroffene Datensätze Namen, Adressen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Angaben zu Bestellungen.

SafePal zufolge begann die interne Untersuchung nach einem Hinweis, den das Unternehmen im Mai erhalten hatte. Zunächst sei der Fall als isoliertes Ereignis behandelt worden. Später habe sich jedoch herausgestellt, dass ein Fehler im eigenen System dazu geführt habe, dass bestellbezogene Daten deutlich länger gespeichert wurden als vorgesehen.

Wie SafePal weiter mitteilt, begann das Unternehmen im Juli mit einer vollständigen Überprüfung und einem Neuaufbau seiner Bestellabwicklung. Im Zuge dieser Arbeiten sei die im Rahmen der Untersuchung genannte Ursache bestätigt worden. Nach eigenen Angaben hat SafePal die ausgenutzte Schwachstelle inzwischen behoben, die Aufbewahrungsdauer für bestellbezogene Informationen verschärft, die betroffenen Personen identifiziert und benachrichtigt sowie Partner kontaktiert, damit sich das Problem nicht weiter ausbreitet. Zudem wurde eine externe Sicherheitsfirma mit der Untersuchung beauftragt.

Das Unternehmen grenzt den Umfang des Vorfalls ausdrücklich ein. Nicht betroffen seien Seed-Phrase, private Schlüssel, Wallet-Passwort oder andere Zugangsdaten zur Wallet. Auch Bankkontoinformationen, Zahlungskartennummern und staatlich vergebene Identifikationsnummern seien nicht Teil des Vorfalls gewesen.

SafePal warnt potenziell Betroffene dennoch vor verdächtigen Nachrichten, Webseiten, Anrufen oder Briefen, in denen nach Seed-Phrase oder privaten Schlüsseln gefragt wird. Wer solche Angaben bereits infolge einer verdächtigen Kontaktaufnahme weitergegeben oder eingegeben habe, solle die betroffene Wallet als kompromittiert behandeln. SafePal empfiehlt in diesem Fall, mit einem vertrauenswürdigen SafePal-Gerät oder der offiziellen SafePal-Anwendung eine neue Wallet zu erstellen und verbleibende Vermögenswerte sofort dorthin zu verschieben.

Nach Unternehmensangaben wurden bereits mehr als 30 betrügerische Webseiten und Phishing-Links identifiziert und abgeschaltet, die mit den Betrugsaktivitäten in Verbindung stehen. SafePal erklärte außerdem, neue Seiten und Links weiter aktiv zu überwachen.

Kunden, die im Zusammenhang mit dem Vorfall einen finanziellen Verlust erlitten haben könnten, fordert das Unternehmen auf, sich mit den relevanten Details zu melden. SafePal gibt an, dafür Spezialisten für die Nachverfolgung von On-Chain-Vermögenswerten kontaktiert zu haben. Zugleich betont das Unternehmen, dies stelle weder ein Eingeständnis einer Haftung noch eine Zusage auf Entschädigung dar; der Schwerpunkt liege derzeit auf der Unterstützung bei der Wiederherstellung und auf den laufenden Untersuchungen.