Reco beobachtet eine laufende Kampagne mit dem Namen „City-Forum“, die auf nicht authentifizierte Gastzugriffe in Salesforce Experience Cloud und ServiceNow Service Portals abzielt. Nach Angaben des Unternehmens zieht ein einzelner Server Datensätze aus beiden Plattformen ab; die dafür genutzte Infrastruktur stehe seit März 2025. Der zugehörige Host mit der IP-Adresse 158.220.87[.]79 löst auf „city-forum[.]com“ auf, woraus sich der Kampagnenname ableitet. Reco zufolge sprechen die wenig bekannten Techniken für einen fortgeschrittenen Akteur. Daten aus Salesforce-LWR-Seiten werden demnach per GraphQL exfiltriert. Betroffen sind unter anderem Telekommunikationsanbieter, Banken und Finanzdienstleister, Anbieter von Unternehmenssoftware einschließlich Sicherheits- und Datenschutzfirmen sowie Portale des öffentlichen Sektors. Das am stärksten betroffene Ziel verzeichnete laut Reco mehr als 560.000 Ereignisse von der Angreifer-IP, fast alle im Zusammenhang mit Gast-Aura-Aufzählung.
Ein konkretes Datenleck betrifft ShipMonk, einen Versanddienstleister von Trezor. Dabei wurden laut Trezor sensible Bestelldaten offengelegt, darunter vollständige Namen, Lieferadressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen. Betroffen sein könnten neue Kunden, die zwischen dem 10. Mai und dem 8. August 2026 Bestellungen in die USA, das Vereinigte Königreich, Schweden, Kolumbien, Brasilien, Italien oder Portugal erhalten haben.
Cursor hat einen Fehler in seinem Kommandozeilen-Coding-Agenten behoben. Manifold Security hatte offengelegt, dass ein geklontes Repository vor der Vertrauensabfrage beliebige Befehle auf dem Rechner eines Entwicklers ausführen konnte — und zwar außerhalb der Sandbox, selbst wenn diese ausdrücklich aktiviert war. Auslöser war die Datei „.cursor/worktrees.json“, die mit einem normalen Git-Klon mitgeliefert werden konnte. Nach Angaben von Manifold Security waren unter anderem das Lesen von „~/.ssh“, das Abgreifen von Cloud-Zugangsdaten aus Umgebungsvariablen, das Öffnen einer Reverse Shell und das Schreiben von Persistenz möglich. Nach verantwortungsvoller Meldung am 20. Juli 2026 erschien der Patch drei Tage später.
Okta hat Details zu Work Panel veröffentlicht, einer Operator-Konsole, die von Akteuren in Vishing-Kampagnen gegen Identitätsanbieter einschließlich Okta selbst eingesetzt wird. Das Unternehmen beschreibt die Plattform als mandantenfähiges System, das alles bündelt, was für kontoübernehmende Vishing-Operationen nötig ist: neue Phishing-Domains registrieren, Marken klonen und isolierte Phishing-Seiten bereitstellen. Okta nennt als Nutzergruppen Infrastrukturbetreiber, Kampagnenmanager und ausgelagerte Anrufer. Als einen Akteur nennt das Unternehmen UNC6671, auch bekannt als Cordial Spider und O-UNC-045.
Bei Angriffen auf KI-Systeme hebt das Bulletin zwei Entwicklungen hervor. Tenet Security beschreibt mit GhostJacking einen neuen Angriff, der Agentjacking erweitert und KI-Agenten dazu verleiten soll, beliebigen Code auf Entwicklerrechnern auszuführen. Genannt werden vergiftete Protokolle oder Warnmeldungen als möglicher Auslöser, außerdem Privilegienausweitung, Seitwärtsbewegung in Cloud-Infrastrukturen, Datenabfluss und Persistenz. In dem beschriebenen Fall erfolgte die Exfiltration über eine inzwischen geschlossene Sandbox-Flucht in Anthropic Claude Desktop. Tracebit wiederum schlägt mit „Context Bombs“ einen Abwehransatz vor: speziell platzierte Zeichenfolgen sollen Sicherheitsmechanismen des Modells auslösen und den Agenten an weiteren Aktionen hindern.
Auch klassische Malware-Techniken entwickeln sich weiter. Cribl berichtet über eine aktive ClickFix-Kampagne, die mit EtherHiding arbeitet und die Polygon-Blockchain nutzt, um Command-and-Control-Infrastruktur zu verschleiern und dynamisch zu wechseln. Ausgangspunkt war eine kompromittierte WordPress-Seite mit einem bösartigen Skript in der Datei „robots.txt“. Sonatype beschreibt mit „NullReceiver“ eine verwandte Technik in sechs npm-Paketen. Drei davon — „@kolbo/mcp@1.57.1“, „agentgui@1.0.1127“ und „godot-kit@1.0.1786316795“ — seien eigentlich legitime Pakete, die offenbar für bösartige Versionen übernommen wurden; drei weitere seien direkt als schädlich eingestuft worden. Die Pakete verwenden laut Sonatype eine mit nordkoreanischen Bedrohungsakteuren verknüpfte Ethereum-Wallet-Adresse, um weitere JavaScript-Nutzlasten zu beziehen.
Malwarebytes warnt zudem vor einer gefälschten CCleaner-Version über die täuschend echte Seite „ccleanerwind[.]top“. Sie installiert unter Windows die schädliche Chrome-Erweiterung GhostDesk, die sensible Browser-Daten sammelt. Laut Malwarebytes kann sie Zugangsdaten stehlen, Bildschirmfotos aufnehmen und Tastatureingaben protokollieren. Hinweise deuten darauf hin, dass der gleiche Mechanismus auch gefälschte Versionen von 7-Zip und Adobe Acrobat Reader verteilt.
Weitere Meldungen betreffen Schutzmaßnahmen und Marktentwicklungen: Apple zahlte 150.000 US-Dollar Prämie für die von Drinor Selmanaj entdeckte PCC-Schwachstelle CVE-2026-20685 in „darwin-init“, die Apple durch verbesserte Validierung behoben hat. Meta führt in WhatsApp die optionale Funktion Scam Alert mit einem geräteinternen Machine-Learning-Modell ein. Signal ergänzt sein bestehendes System um automatische Schlüsselüberprüfung. GitHub erweitert seine Advisory Database um Malware-Hinweise aus OpenSSFs Repository für schädliche Pakete. Cloudflare gibt an, seit Jahresbeginn 23,2 Millionen DDoS-Angriffe auf Netzwerkebene und 29,64 Billionen HTTP-DDoS-Anfragen abgewehrt zu haben. Dragos registrierte im zweiten Quartal 2026 weltweit 1.140 Ransomware-Vorfälle in Industrieorganisationen; am stärksten betroffen war die Fertigung mit 747 Fällen.
