Nach Darstellung von HUR zielte die Aktion auf die digitale Infrastruktur von Wildberries. Die Behörde erklärte, der Angriff habe die Auswirkungen kinetischer Angriffe der ukrainischen Verteidigungskräfte auf Lagerhäuser des Unternehmens verstärkt und dem Händler zusätzliche erhebliche Verluste zugefügt. Wildberries werde ins Visier genommen, weil das Unternehmen nach Angaben des Geheimdienstes eine bedeutende Funktion für die russische Logistik erfülle.
Wildberries wird wegen seiner Größe und seines weit verzweigten Logistiknetzes häufig mit Amazon verglichen. In den vergangenen Monaten hatte die Ukraine den Händler auch mit Drohnen angegriffen. Russische Medien berichteten unter Berufung auf Schätzungen, das Unternehmen habe durch ukrainische Angriffe mehr als 1,2 Millionen Quadratmeter Lagerfläche verloren. Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte an diesem Wochenende zudem mit, sieben der zehn größten Logistikzentren des Unternehmens seien außer Betrieb gesetzt worden.
Konkret habe der Cyberangriff den Kundendienst, die Kontaktzentren und die Zahlungsinfrastruktur von Wildberries getroffen, so HUR. Die Behörde sprach von zahlreichen Beschwerden, darunter von Kunden, die nicht zahlen konnten. Weitere Details nannte sie nicht. Wildberries selbst hat sich zu dem jüngsten Cyberangriff und zu den mutmaßlich entstandenen Schäden bislang nicht öffentlich geäußert.
Nach Angaben im Quelltext verkauft Wildberries überwiegend gewöhnliche Konsumgüter. Zugleich soll das Unternehmen auf seiner Website auch verschiedene militärische Ausrüstungsgegenstände anbieten, darunter Drohnenkomponenten und Schutzwesten.
HUR führt Cyberangriffe nach Darstellung des Berichts häufig gemeinsam mit Hackergruppen durch, oft als Ergänzung zu größeren ukrainischen Drohnen- oder Raketenangriffen. Als weiteres Beispiel wird ein Vorfall aus dem Juni 2025 genannt: Damals erklärte HUR, interne Systeme des staatlichen russischen Flugzeugherstellers Tupolev gehackt zu haben, wenige Tage nach überraschenden ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Luftwaffenstützpunkte. Im September zuvor teilte die Behörde außerdem mit, russische Wahlsysteme und weitere Regierungsdienste als Reaktion auf Abstimmungen in besetzten ukrainischen Gebieten kompromittiert zu haben.
