Nach Angaben von SafePal konnte die Schwachstelle unter bestimmten Bedingungen dazu führen, dass Unbefugte auf Bestellinformationen anderer Kunden zugreifen konnten. Das Unternehmen formulierte dazu, der Fehler habe „unter bestimmten Bedingungen einen unbefugten Zugriff auf die Bestellinformationen eines anderen Kunden ermöglicht“. Weitere technische Einzelheiten zum Angriffsweg nannte SafePal nicht.

Das Unternehmen betonte zugleich, dass alle SafePal-Wallets, Seed-Phrasen und privaten Schlüssel sicher seien. Alle betroffenen Kunden seien per E-Mail informiert worden. Außerdem hat SafePal nach eigenen Angaben eine Website eingerichtet, über die Nutzer prüfen können, ob sie von dem Vorfall betroffen sind.

SafePal warnt, dass Betroffene nun wahrscheinlich Ziel ausgefeilter Phishing-Versuche werden. Das könne Telefonanrufe, E-Mails, Textnachrichten, Rückerstattungsangebote und gefälschte Mitteilungen des Kundensupports umfassen. Bereits zuletzt hatte ein Hacker in einem Cybercrime-Forum im Darknet angeblich bei SafePal entwendete Informationen angeboten.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Sicherheitsprobleme bei Herstellern von Hardware-Wallets ein. SafePal ist innerhalb des vergangenen Monats bereits der dritte betroffene Anbieter nach Trezor und Coinkite. Solche Geräte gelten als besonders sichere Möglichkeit zur Aufbewahrung von Kryptowährungen, doch Datenlecks bei den Herstellern können Informationen über Besitzer digitaler Vermögenswerte offenlegen.

Der Quelltext verweist in diesem Zusammenhang auf sogenannte „Wrench“-Angriffe, also gewaltsame Vorfälle, bei denen Kryptobesitzer persönlich bedroht und zur Herausgabe ihrer digitalen Vermögenswerte gezwungen werden. Nach Angaben des Blockchain-Sicherheitsauditors CertiK stieg die Zahl solcher Angriffe in der ersten Hälfte des Jahres 2026 im Jahresvergleich um 33 Prozent. Auf Basis öffentlich verfügbarer Informationen und anderer verifizierter Quellen zählte CertiK bis Juni weltweit 52 solcher Fälle, nach 39 im gleichen Zeitraum 2025.

Auch die gemeldeten Verluste nahmen laut CertiK deutlich zu. Sie beliefen sich in diesem Jahr bislang auf 124 Millionen US-Dollar, verglichen mit 10,5 Millionen US-Dollar in der ersten Hälfte 2025. Als Beispiele nennt der Quelltext die Entführung einer französischen Mutter und ihres Kindes im April, einen Hausüberfall in Minnesota im Jahr 2025 sowie einen Fall aus Connecticut im Jahr 2024, bei dem ein Lamborghini geraubt wurde.

In der vergangenen Woche wurde zudem der Krypto-Investor Harry Chun Tak Yeh tot aufgefunden, nachdem er aus seinem luxuriösen Apartment im 30. Stock in Paraguay gestürzt war. Die Polizei fand seine Tür offen vor und erklärte, seine Wohnung sei verwüstet worden.