CISA hat CVE-2025-62593 am Montag in den KEV-Katalog aufgenommen und dies mit Belegen für aktive Angriffe begründet. Details dazu, wie die Schwachstelle derzeit ausgenutzt wird, veröffentlichte die Behörde nicht. Für Bundesbehörden der Federal Civilian Executive Branch empfiehlt CISA, die nötigen Korrekturen und Gegenmaßnahmen bis zum 20. August 2026 umzusetzen.
Ray ist ein Open-Source-Framework für verteiltes Rechnen auf Python-Basis. Das Projekt kommt laut Quelltext auf mehr als 43.500 Sterne auf GitHub und wurde über 7.900 Mal geforkt. Inhaltlich im Mittelpunkt steht jedoch eine kritische Lücke, die browserbasierte Angriffe ermöglicht.
Nach Angaben der Ray-Maintainers geht die Schwachstelle auf unzureichende Schutzmechanismen gegen browserbasierte Angriffe zurück, insbesondere in Szenarien, in denen sich der User-Agent-Header verändern lässt. In ihrer Warnung aus dem November 2025 schreiben die Maintainers, dass die langjährige Entscheidung des Ray-Entwicklungsteams, auf eine Form der Authentifizierung an kritischen Endpunkten wie /api/jobs und /api/job_agent/jobs/ zu verzichten, erneut zu einer schweren Schwachstelle geführt habe. Diese erlaube es Angreifern, gegen Ray beliebigen Code auszuführen — diesmal in einem Entwicklungskontext über Firefox und Safari.
Kombiniert mit einem DNS-Rebinding-Angriff auf den Browser lasse sich die Lücke ausnutzen, wenn ein Entwickler mit laufendem Ray versehentlich eine bösartige Website besucht oder eine schädliche Werbung angezeigt bekommt. Die Maintainers weisen zudem darauf hin, dass sich der Angriff auch auf benachbarte Ray-Instanzen im Netzwerk ausweiten lasse: Der Browser könne dabei als fehlgeleiteter Vermittler dienen, um Ray-Instanzen innerhalb eines privaten Unternehmensnetzwerks anzugreifen.
Behoben wurde der Fehler in Version 2.52.0 des Python-Pakets. Ray schreibt die Entdeckung der Umgehung des Fetch-Mechanismus dem Oligo-Sicherheitsforscher Avi Lumelsky zu. Jonathan Leitschuh wird für die Idee des DNS-Rebinding-Angriffs genannt.
Hinweise auf Missbrauch gab es bereits vor der aktuellen KEV-Aufnahme. Ein Bericht von BitSight aus dem März 2026 kam zu dem Ergebnis, dass die Akteure hinter dem DDoS-Botnetz RondoDox die Schwachstelle zwei Tage vor ihrer öffentlichen Offenlegung am 26. November 2025 in ihr Arsenal aufgenommen hatten. Als Grund nennt der Bericht die Verfügbarkeit eines Proof of Concept.
Oligo zufolge sind ungepatchte Ray-Instanzen außerdem Ziel von Cyberangriffen geworden, die infizierte Cluster mit NVIDIA-GPUs in ein sich selbst replizierendes Kryptowährungs-Mining-Botnetz verwandeln sollen. Diese Kampagne wird dort als ShadowRay 2.0 bezeichnet.
