Die University of Texas at San Antonio sieht sich nach einem Cyberangriff mit weitreichenden Störungen konfrontiert. Die Universität teilte mit, ihr IT-Team habe am Wochenende Bedrohungsaktivitäten auf dem akademischen Campus festgestellt und als Gegenmaßnahme einige Systeme vom Netz genommen. Dazu gehörten auch Telefone.

Brisant ist der Zeitpunkt, weil für viele Studierende der Unterricht am Mittwoch beginnt. Nach Darstellung der Universität könnten die Ausfälle Abläufe behindern, die für Kursanmeldungen und Zahlungen für Dienstleistungen benötigt werden. Als unmittelbare Reaktion wurde die Zahlungsfrist für Studierende bis Freitag verlängert. Außerdem nahm die Hochschule nach eigenen Angaben mehrere Änderungen an den Wartelisten für Lehrveranstaltungen vor.

Michael Schnabel, Chief Technology Officer der Universität, erklärte in einer Stellungnahme, die verdächtige Aktivität sei „am Rand“ des Universitätsnetzwerks erkannt worden. Sie sei eingedämmt worden, bevor sie die „Kernsysteme und University Technology Solutions“ erreichen konnte. Auf Fragen dazu, was konkret betroffen war, reagierte die Universität laut Bericht nicht.

Schnabel sagte zudem: „Zum jetzigen Zeitpunkt hat unsere laufende Untersuchung keine Hinweise ergeben, dass infolge dieser Aktivität auf Universitätsdaten zugegriffen oder diese abgezogen wurden.“ Weiter erklärte er mit Blick auf den anstehenden Semesterstart, ein verlässlicher Zugang zu den Systemen und Diensten der Universität sei für Studierende, Lehrende und Beschäftigte wichtig. Die Teams arbeiteten mit großer Sorgfalt daran, dass die technische Umgebung zum Start des neuen akademischen Jahres sowohl verfügbar als auch sicher sei.

Später am Montag kündigte die Universität an, dass alle Studierenden und Lehrenden ihre Passwörter zurücksetzen sollen. In einer Aktualisierung vom Dienstag warnte sie jedoch, dass es bei dieser Maßnahme zu Verzögerungen komme.

Zu den Hintergründen des Angriffs gibt es bislang nur wenige öffentliche Informationen. Keine Hackergruppe hat die Tat für sich reklamiert.

Der Bericht ordnet den Vorfall in eine Serie von Angriffen auf Hochschulen ein. Cyberkriminelle hätten Universitäten wiederholt zu Beginn und zum Ende von Schuljahren ins Visier genommen, um Organisationen zu hohen Lösegeldzahlungen zu drängen. Im Mai mussten Hochschulen in den USA nach einem folgenschweren Cyberangriff auf einen kritischen Anbieter von Bildungssoftware Abschlussprüfungen verschieben.

Auch andere große staatliche Universitäten waren laut Bericht betroffen, darunter die University of Oklahoma, Stanford und die University of Michigan nach Feiertagspausen durch Ransomware-Angriffe. Die University of Pennsylvania hatte im Oktober im Zuge eines Cybersicherheitsvorfalls Störungen ihres E-Mail-Systems, während Columbia und Harvard im vergangenen Jahr ebenfalls Angriffe erlebten.