Laut Mitteilung des US-Justizministeriums begann die Operation mutmaßlich um das Jahr 2013. Ziel waren demnach die Konten von mehr als 100.000 Professoren weltweit. Nach Angaben der US-Behörden wurden davon rund 8.000 Konten erfolgreich kompromittiert.

Über diese Zugänge sollen die Angreifer 31,5 Terabyte akademischer Daten entwendet haben. Das Justizministerium beziffert den Wert der gestohlenen Informationen auf ungefähr 3,4 Milliarden US-Dollar. Genannt werden Zeitschriften, Abschlussarbeiten, Dissertationen, E-Books und Forschung aus zahlreichen Fachgebieten.

Betroffen waren laut US-Regierung 178 Universitäten, davon 144 in den USA. Hinzu kommen mindestens 53 Privatfirmen, von denen 42 in den USA ansässig sind, zwei Nichtregierungsorganisationen sowie mindestens zehn US-Bundesstaatsbehörden.

Als eines der Opfer hebt die Mitteilung HBO hervor. Das Unternehmen sei Berichten zufolge mit einer Forderung über 6 Millionen US-Dollar in Bitcoin erpresst worden.

US-Staatsanwalt Jamie McDonald erklärte, die aktuellen Vorwürfe, zu denen acht zusätzliche Angeklagte gehörten, machten das breitere Netzwerk sichtbar, das mutmaßlich hinter einer umfassenden, staatlich unterstützten Kampagne zum Diebstahl von Forschung und geistigem Eigentum von amerikanischen Universitäten, Unternehmen und staatlichen Einrichtungen stehe. Mehr als acht Jahre nach Veröffentlichung der ursprünglichen Anklage zeigten die neuen Vorwürfe zudem, dass der Zeitablauf die USA nicht davon abhalte, Verantwortliche zu identifizieren und zu verfolgen, die die Vereinigten Staaten aus dem Ausland heraus ins Visier nähmen.

Den Beschuldigten werden nun Verschwörung zu Computereinbrüchen, Überweisungsbetrug, unbefugter Zugriff zum finanziellen Vorteil sowie schwerer Identitätsdiebstahl vorgeworfen. Nach Angaben des Justizministeriums drohen dafür Höchststrafen von bis zu 20 Jahren Haft.

Das State Department setzt für Hinweise, die zum Aufenthaltsort von Behzad Mesri, Mojtaba Galekuhi, Arman Kahzadian, Keyvan Fayaz und Saber Shahbazi Ballojeh führen, Belohnungen von bis zu 10.000.000 US-Dollar aus. Für anonyme Hinweise wurde zudem ein Tor-Link bereitgestellt.

Die US-Behörden betonen, dass für alle Angeklagten die Unschuldsvermutung gilt, bis ihre Schuld vor Gericht bewiesen ist.