Die Aktion zeigt das Ausmaß der organisierten internationalen Cyberkriminalität. In Bangladesch beispielsweise wurden 40 Verdächtige verhaftet und 134 elektronische Geräte beschlagnahmt. Die Ermittler deckten umfangreiche Betrugsmuster auf: Kreditkartenbetrug, Identitätsdiebstahl, Darlehens- und Jobscams. In Togo fing die Polizei 10 Verdächtige, die von Wohngebieten aus ein Betrugsnetzwerk betrieben. Sie hackten Social-Media-Konten, führten Romance-Scams durch und betrieben Sextortion — eine perfide Erpressungsmethode. Die Vorgehensweise war dabei organisiert: Kriminelle übernahmen fremde Konten, gaben sich als Kontoinhaber aus und verwickelten die Online-Kontakte in fingierte romantische Beziehungen, um Geldtransfers zu erschwindeln.
Besonders bemerkenswert ist der Fund in Macau: Mehr als 33.000 Phishing- und betrügerische Websites wurden identifiziert — vornehmlich gefälschte Online-Casinos und Seiten, die sich als Banken, Behörden oder Zahlungsdienstleister ausgaben. Opfer wurden aufgefordert, ihre Kontostände aufzufüllen oder persönliche Daten einzugeben.
Parallel zur INTERPOL-Operation deckte Indiens Central Bureau of Investigation (CBI) ein hochorganisiertes Betrugsnetzwerk auf, das Tausende Inder um Crores Rupees brachte. Das Netzwerk basierte auf der Dubai-gestützten Fintech-Plattform Pyypl und warb über Social Media und Messenger-Apps mit unrealistischen Renditen für Online-Investitionen und Heimarbeit. Die Masche folgte einem etablierten Muster: Kleine Einzahlungen, gefälschte Gewinnanzeigen, dann Überzeugung zu größeren Investitionen. Danach verschwanden die Gelder durch Mule-Konten und wurden via internationale Geldautomaten oder Fintech-Plattformen abgezogen — oft als Point-of-Sale-Transaktionen getarnt, um Bankkontrollen zu umgehen. Teile wurden auch in Kryptowährungen (USDT) konvertiert und über Shell-Unternehmen versteckt.
Die CBI nahm Ashok Kumar Sharma und Mitverschwörer fest, fror Bankkonten ein und sicherte umfangreiche digitale Beweise. Diese internationale Koordination zeigt: Cyberkriminalität ist ein globales Problem, das nationale Grenzen ignoriert. Deutsche Behörden sollten von solchen Erkenntnissen profitieren.
