Nach Angaben von Sakura Internet verschafften sich die Angreifer am 9. August Zugang zu einem internen IT-System. Dabei handelte es sich um das Vertriebsmanagementsystem, in dem Kundenvertrags- und Mitgliedsdaten gespeichert sind. Wie viele Konten tatsächlich betroffen sind, ist laut Unternehmen weiter Gegenstand der laufenden Untersuchung.

In einer aktuellen Mitteilung beziffert Sakura Internet die Zahl potenziell kompromittierter Konten auf 1.360.563. Zugleich betont die Firma, dass auf Basis der bisherigen Ermittlungen kein Datenabfluss bestätigt worden sei. Die Untersuchung läuft weiter.

Der Vorfall wurde laut Sakura Internet entdeckt, als das Unternehmen bereits einen anderen Einbruch beim Dienst Sakura Rental Server untersuchte. Dieser frühere Angriff fiel nach Darstellung der Firma kleiner aus: Dort kam es zu unbefugten Anmeldungen bei 583 Konten, zu Zugriffen auf kundenseitige Systeme und Kundendaten sowie zur Installation von Malware in Sakura-Systemen.

Sakura Internet teilt mit, alle missbrauchten Zugangsdaten ungültig gemacht und die Malware entfernt zu haben. Mit dem später entdeckten Zugriff auf das größere Vertriebssystem gewinnt der Sicherheitsvorfall jedoch deutlich an Gewicht.

Zu den möglicherweise offengelegten Informationen gehören nach Unternehmensangaben Vertrags- und Mitgliedsdaten. Gespeicherte Passwörter seien gehasht und selbst im Fall eines Diebstahls schwer zu entschlüsseln, erklärt Sakura Internet. Außerdem habe das kompromittierte System keine Kreditkarteninformationen gespeichert.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die zuständigen Behörden über den Vorfall informiert. Betroffene Kunden werden demnach einzeln darüber benachrichtigt, dass ihre Daten offengelegt worden sein könnten.

Welche Art von Malware in der Umgebung von Sakura Internet gefunden wurde, bleibt unklar. Das Unternehmen machte dazu keine näheren Angaben. Ebenso erwähnte die Firma keine betrieblichen oder dienstbezogenen Störungen infolge des Angriffs.

BleepingComputer konnte nach eigenen Angaben keine Ransomware- oder Daten-Erpressungsgruppe finden, die den Angriff auf Sakura für sich reklamiert hat. Auf eine Anfrage des Mediums nach weiteren Informationen habe Sakura Internet bislang nicht geantwortet.