Die von Interpol geführte “Operation Synergia III” fand zwischen Juli 2025 und Januar 2026 statt. Beteiligt waren Behörden aus 72 Ländern, die nach Angaben von Interpol 212 elektronische Geräte und Server beschlagnahmten sowie 94 Festnahmen vornahmen. Gegen 110 weitere Verdächtige laufen weiterhin Ermittlungen.

Zu den einzelnen Einsätzen zählte ein Zugriff in Togo: Dort nahm die Polizei zehn Verdächtige fest, die einen Betrugsring aus einem Wohngebiet heraus betrieben. Einige hätten sich laut Interpol auf technische Straftaten wie das Kapern von Social-Media-Konten spezialisiert, andere auf Social-Engineering-Maschen, darunter Romance Scams und Sextortion. In Bangladesch nahm die Polizei 40 Verdächtige fest und stellte 134 elektronische Geräte sicher, die mit einer Vielzahl von Betrugsschemata in Verbindung standen — von Kredit- und Job-Betrug über Identitätsdiebstahl bis hin zu Kreditkartenbetrug.

In Macau identifizierten chinesische Ermittler mehr als 33.000 Phishing- und Betrugsseiten. Über diese Seiten gaben sich die Täter als Casinos, Banken, Behörden und Zahlungsdienste aus, um Kreditkartendaten und persönliche Informationen der Opfer zu stehlen.

Die Aktion folgt auf “Operation Synergia II”, bei der zwischen April und August 2024 41 Verdächtige festgenommen und 1.037 Server sowie weitere Infrastruktur abgeschaltet wurden, die über 22.000 IP-Adressen betrieben wurde. In der ersten Stufe der Operation Synergia hatten die Behörden 70 weitere Verdächtige ermittelt und 1.300 Command-and-Control-Server abgeschaltet, die für Ransomware-, Phishing- und Malware-Kampagnen genutzt wurden.

Erst kürzlich nahmen Polizeikräfte aus 16 afrikanischen Ländern zwischen dem 8. Dezember und dem 30. Januar im Rahmen der ebenfalls von Interpol koordinierten “Operation Red Card 2.0” 651 Verdächtige fest und stellten mehr als 4,3 Millionen US-Dollar sicher. Auch zwei weitere gemeinsame Aktionen, “Operation Serengeti” und “Operation Africa Cyber Surge”, die sich in den vergangenen Jahren gegen Cyberkriminalität in Afrika richteten, führten zu Tausenden Festnahmen und der Zerschlagung mehrerer millionenschwerer Operationen.

Neal Jetton, Direktor des Cybercrime-Direktorats von Interpol, erklärte, Cyberkriminalität sei im Jahr 2026 ausgefeilter und zerstörerischer als je zuvor; die Operation Synergia III zeige jedoch eindrucksvoll, was globale Zusammenarbeit erreichen könne. Interpol bringe Strafverfolgungsbehörden und Fachleute aus dem Privatsektor zusammen, um kriminelle Netzwerke zu zerschlagen, neue Bedrohungen zu stören und Opfer weltweit zu schützen.