Dark Reading beschreibt den Vorfall als Störung des Bord-WLANs auf Delta-Flug 591 nach Atlanta. Dem Bericht zufolge wurde das vorhandene WLAN entweder deaktiviert oder gestört, während gleichzeitig ein neues Netzwerk mit der Bezeichnung „Delta WiFi Fast“ auftauchte. Dahinter soll sich eine Phishing-Seite befunden haben, die wie ein Google-Anmeldeportal wirkte.

Wer das falsche Netzwerk aufgesetzt hat, ist bislang nicht bekannt. Laut Dark Reading untersuchen Bundesbehörden den Fall. Die Crew des Flugzeugs verdächtigte dem Bericht zufolge sofort Besucher von DEF CON 34, weil der Flug aus Las Vegas kam und kurz nach Black Hat und DEF CON stattfand.

In der Diskussion von Dark Reading ordnete Alex Culafi den Vorfall als besonders leichtsinnige Aktion ein. Er verwies darauf, dass es unter DEF-CON-Besuchern eine Vorgeschichte mit fragwürdigen Streichen gebe, ein solcher Eingriff auf einem Linienflug aber besonders unklug sei. Falls der Aufbau des falschen WLANs tatsächlich auf das Abgreifen von Zugangsdaten gezielt habe, sei ein Flugzeug laut Culafi zugleich ein denkbar ungeeigneter Ort: wenige potenzielle Opfer, viele sicherheitsaffine Mitreisende und erhebliche rechtliche Risiken.

Culafi mutmaßte, jemand könnte ein Wi-Fi Pineapple eingesetzt haben, also ein Gerät zum Aufbau eines gefälschten WLAN-Zugangs, wie es sich auf der DEF CON erwerben lasse. Hinzu könnte ein aus GitHub übernommenes Phishing-Login gekommen sein. Diese Einordnung ist ausdrücklich Spekulation aus der Dark-Reading-Diskussion; eine Bestätigung durch Ermittler oder Delta nennt der Quelltext nicht.

Rob Wright von Dark Reading betonte, dass die Behörden nach dem Vorfall verständigt wurden. Aus seiner Sicht wirft der Fall ein schlechtes Licht auf die Hacking- und Sicherheitsforschungsgemeinschaft sowie auf die zugehörigen Veranstaltungen. Er zog einen Vergleich zu anderen Vorfällen an Bord, bei denen Sicherheitskräfte am Gate eingreifen müssen.

Der Vorfall war Teil einer Folge von „What We Missed“, in der Dark Reading weitere Themen ansprach, die nicht in die reguläre Berichterstattung aufgenommen wurden. Dazu gehörte ein bei der Usenix-Sicherheitskonferenz vorgestelltes Forschungsszenario, in dem Wissenschaftler zeigten, dass sich mit einem WLAN-fähigen Gerät in Münzgröße für weniger als 100 Dollar über einen Wartungszugang im Bugbereich eines Boeing 737 das Flugmanagementsystem beeinflussen ließe. Laut Dark Reading wurde die Forschung Boeing gemeldet; das Unternehmen habe erklärt, es halte eine Ausnutzung für sehr unwahrscheinlich.

Ebenfalls Thema war laut Dark Reading ein Bericht von Eric Geller bei Cybersecurity Dive über Pläne der Trump-Regierung, private Unternehmen für Gegenangriffe auf cyberkriminelle Gruppen zu beauftragen. In der Sendung verwiesen die Moderatoren dabei auf Risiken und Haftungsfragen. Erwähnt wurde zudem ein Black-Hat-Vortrag von Carole House vom Atlantic Council und Penumbra Strategies, die vor rechtlichen Folgen warnte, falls private Firmen im Ausland Infrastruktur angreifen.

Zum Schluss ging es um uBlock Origin. Nach Angaben von Dark Reading geben die Entwickler ihre laufenden Bemühungen auf, Facebook-Werbung umfassend zu filtern, weil die Anzeigen auf den Meta-Plattformen stark verschleiert würden und sich ihre Darstellung ständig ändere. Einfache Schutzmechanismen sollen bleiben, doch der Aufwand sei für das kleine Open-Source-Projekt zu hoch geworden. Rob Wright verwies in diesem Zusammenhang auf eine Reuters-Recherche, wonach Meta viel Geld mit betrügerischen Anzeigen verdiene, sowie auf einen Bericht von Gen Digital, laut dem fast jede dritte untersuchte Meta-Anzeige auf Betrug, Phishing oder Malware verwies.