Zunächst hatte U.S. Bancorp gegenüber Recorded Future News lediglich mitgeteilt, es gebe keine Anzeichen für eine Beeinträchtigung der Banksysteme und keine Hinweise auf unbefugten Zugriff auf das eigene Netzwerk. Erst die anschließende Untersuchung führte laut dem Sprecher zu einem Vorfall außerhalb der eigenen Infrastruktur – bei einem Auftragnehmer eines Drittanbieters.

U.S. Bancorp ist die siebtgrößte Bank der Vereinigten Staaten und wies im vergangenen Quartal 7,7 Milliarden Dollar aus. Ein solcher Eintrag auf einer Leak-Seite wiegt schon deshalb schwer, weil er die Frage nach der Reichweite von Dienstleisterketten aufwirft – im vorliegenden Fall über zwei Stufen hinweg.

Die Glaubwürdigkeit der Veröffentlichung ist offen. LockBit hat keine Stichproben der angeblich gestohlenen Informationen präsentiert. Zudem haben frühere Veröffentlichungen des LockBit-Quellcodes dazu geführt, dass eine Vielzahl anderer Cyberkrimineller die Schadsoftware für eigene Angriffe nutzt – selbst gegen Organisationen in Russland, wo die Anführer der Gruppe angeblich sitzen. Wer hinter einem konkreten Eintrag steht, lässt sich damit nicht ohne weiteres bestimmen.

LockBit gehörte über Jahre zu den aktivsten und zerstörerischsten Ransomware-Gruppen, bevor Strafverfolgungsbehörden mehrerer Länder 2024 in einer viel beachteten, koordinierten Aktion die Infrastruktur zerschlugen. Zum Ausmaß des Geschäfts nannte das US-Finanzministerium im Dezember Zahlen: 252,4 Millionen Dollar an Lösegeldern aus 353 erfolgreichen Angriffen zwischen 2022 und 2024.

Seitdem hat die Gruppe mehrfach versucht, ihren Betrieb wiederzubeleben, kämpft dabei aber mit operativen Schwierigkeiten und weiteren Problemen infolge des verstärkten Vorgehens der Strafverfolgung. Der Eintrag von U.S. Bancorp fügt sich in diese Phase der Reaktivierungsversuche ein – mit einer Ankündigung, aber ohne belegende Daten.

U.S. Bancorp ist bereits die zweite Bank, die in dieser Woche auf einer Ransomware-Leak-Seite auftauchte. Zuvor hatte eine andere Gruppe am Freitag die kamerunische Crédit Communautaire d’Afrique Bank gelistet. Dieses Institut hatte zwei Wochen zuvor Betriebsstörungen gemeldet.

U.S. Bancorp betonte, man werde die Behauptungen weiter verfolgen. Die Bank machte keine Angaben dazu, welche Daten bei der Viertpartei betroffen sein könnten oder in welchem Verhältnis der nicht genannte Dienstleister zum Institut steht.