Der Brief richtet sich an den Government Accountability Office und bittet ausdrücklich um eine Prüfung, welche Auswirkungen „die jüngsten Personalreduzierungen und programmatischen Kürzungen bei CISA auf die Fähigkeit der Behörde haben, ihre Aufgaben zu erfüllen, kritische Infrastruktur zu schützen und auf sich wandelnde cyber- und physische Bedrohungen zu reagieren".

GAO-Sprecherin Sarah Kaczmarek bestätigte, dass die Anfrage aus dem Kongress eingegangen ist. Ob und wann daraus ein Prüfauftrag wird, ist offen: „Das GAO hat einen Prozess, mit dem es entscheidet, ob und wann wir tätig werden — den durchlaufen wir gerade", sagte sie.

Der amtierende CISA-Direktor Nick Andersen hatte angekündigt, 300 Beschäftigte einzustellen, um „die Belegschaft wieder aufzubauen und die Lücken zu schließen, die durch Entlassungen und freiwillige Abgänge entstanden sind". Markwayne Mullin, Minister des Department of Homeland Security, verwies zuvor auf einen Plan, CISA im Laufe des kommenden Jahres wieder aufzubauen.

Die Abgeordneten sehen darin einen Widerspruch: Der Haushaltsentwurf für das Fiskaljahr 2027 sieht vor, weitere knapp 900 Stellen zu streichen und mehr als 700 Millionen Dollar bei CISA einzusparen. Diese Diskrepanz zur angekündigten Wiederaufbaustrategie nennt der Brief ausdrücklich als Grund für Verwirrung über die Linie der Regierung.

Neben dem zahlenmäßigen Abbau betonen die Unterzeichner den Verlust von Fachwissen an der Führungsspitze. Mehrere zentrale Führungskräfte haben die Behörde im vergangenen Jahr verlassen, darunter David Stern, der die treibende Kraft hinter einer wichtigen Initiative zur Meldung von Ransomware-Vorfällen war.

Auch aus Bundesstaaten und Kommunen kommt Kritik. Dutzende Staaten sowie führende Kongressvertreter haben gewarnt, die Kürzungen könnten die Cybersicherheit der Kommunen in den USA gefährlich beeinträchtigen — insbesondere vor der Wahlsaison im November. Branchenvertreter sowie staatliche und lokale Verantwortliche berichteten einem Senator von „verringerter Reaktionsfähigkeit und Unterstützung" durch CISA; die „Personalturbulenzen bei CISA" hätten die Leistungserbringung und den Betrieb der Behörde gestört.

Der Brief verweist zudem auf aktuelle Warnmeldungen von CISA, dem FBI und weiteren Bundesbehörden zu wachsenden Bedrohungen für Betreiber kritischer Infrastruktur. Bundesbehörden sprachen in dieser Woche von einer „aktiven Bedrohung" gegen solche Organisationen, bei der KI-generierte Exploit-Skripte eingesetzt werden — nach ihrer Einschätzung eine „Weiterentwicklung" der Angreiferfähigkeiten.

Eine bestätigte Direktorin oder einen bestätigten Direktor hat CISA seit dem Abgang von Jen Easterly zum Ende der Biden-Regierung nicht mehr. Andersen übernahm kommissarisch von Madhu Gottumukkala, der im Februar nach einer Reihe von Skandalen von dem Posten entfernt wurde. Recorded Future News berichtete im Juni, dass der leitende Palantir-Manager Shyam Sankar als aussichtsreicher Kandidat für den Direktorenposten gilt.