Das US-Justizministerium hat am Freitag mitgeteilt, dass Juan Manuel Gouveia-Aguilera wegen seiner Rolle in einem Angriffsschema gegen Geldautomaten zu acht Jahren Haft verurteilt wurde. Der 27-jährige venezolanische Staatsbürger hatte sich des Bankbetrugs, des Bankeinbruchs und des computergestützten Betrugs schuldig bekannt. Zur Strafe kommen fünf Jahre unter gerichtlicher Aufsicht sowie eine Verpflichtung zu Schadensersatzzahlungen.
“Das Gericht befand Gouveia-Aguilera für Schäden von mehr als 3,5 Millionen US-Dollar verantwortlich, und dieses Urteil dürfte die längste Bundesstrafe sein, die für die Beteiligung einer Einzelperson an ATM-Jackpotting verhängt wurde”, erklärte das Justizministerium.
Das Urteil fällt nur wenige Wochen nach den Verfahren gegen zwei weitere venezolanische Staatsbürger: Oddry Arnoldo Cabrera Torrealba und Carlos Javier Padron erhielten jeweils 78 Monate Haft, ebenfalls wegen Angriffen auf Geldautomaten.
Die drei gehören zu insgesamt 119 Personen, die in Nebraska wegen ATM-Jackpotting angeklagt wurden. Nach Einschätzung der Ermittler arbeiten die Beschuldigten im Auftrag der venezolanischen Organisation Tren de Aragua (TdA), die als terroristische Vereinigung geführt wird.
Das technische Vorgehen ist bei diesen Angriffen weitgehend gleich: Die Täter entfernen das äußere Gehäuse des ausgewählten Geldautomaten und schließen einen Laptop an, um Schadsoftware zu installieren. Diese erlaubt es ihnen anschließend, den Automaten zur Ausgabe seines gesamten Bargeldbestands zu veranlassen – ein Vorgang, der der Angriffsform ihren Namen gegeben hat.
Das FBI hatte bereits in diesem Jahr vor einer Zunahme solcher malware-gestützter Jackpotting-Angriffe in den Vereinigten Staaten gewarnt. Nach Angaben der Behörde wurden seit 2020 rund 1.900 Fälle gemeldet. Allein die im vergangenen Jahr erfassten Vorfälle verursachten Schäden von mehr als 20 Millionen US-Dollar.
