Der Zugriff auf die Cloud-Umgebungen von Apollo Global Management erfolgte nach Darstellung des Unternehmens zwischen dem 6. und 10. Juli. Ausgangspunkt war kein technischer Exploit, sondern ein Social-Engineering-Angriff. Welche Daten in welchem Umfang abgeflossen sind, ist Gegenstand der noch laufenden Untersuchung; als möglicherweise kompromittiert nennt Apollo Namen, Kontaktdaten und Sozialversicherungsnummern.
Das Unternehmen betont, es habe keine Anzeichen dafür gefunden, dass die Daten veröffentlicht oder für Betrug verwendet wurden. Trotzdem erhalten die benachrichtigten Personen Angebote zum Identitätsschutz und zur Kreditüberwachung. Zur Zahl der Betroffenen macht Apollo keine Angaben, ebenso wenig zur Urheberschaft des Angriffs.
Der Vorfall passt in eine breitere Kampagne: Apollo, mit rund 1,05 Billionen US-Dollar verwaltetem Vermögen einer der größten Akteure der Branche, gilt als eines der Opfer einer Gruppe, die als UNC6671 beziehungsweise BlackFile geführt wird. Die Gruppe trat Anfang 2026 in Erscheinung und arbeitet mit Vishing-Anrufen, bei denen sich die Angreifer als IT-Helpdesk ausgeben. Ziele lagen bislang in Nordamerika, Australien und Großbritannien.
Zuletzt hat sich die Gruppe umbenannt und ihre Aktivitäten ausgeweitet. Der Fokus der neueren Angriffe liegt auf Private Equity, Finanzdienstleistern und professionellen Dienstleistungsunternehmen. Zu den Organisationen, die Forscher und Berichte im Zusammenhang mit der BlackFile-Vishing-Kampagne als Ziele nennen, gehören Beteiligungs- und Investmentgesellschaften wie Blackstone, Bain Capital, KKR, TPG, Bridgewater Associates, Clearlake Capital und CME Group sowie Hedgefonds wie Point72, Citadel, Two Sigma und Millennium Management.
Diese Aufstellung beruht auf beobachteter Phishing-Infrastruktur, Domain-Registrierungen oder gemeldeten Eindringversuchen — sie bedeutet nicht, dass die genannten Unternehmen kompromittiert wurden. Öffentliche Offenlegungen bestätigen bislang allein im Fall Apollo einen erfolgreichen Datenabfluss. Mehrere der genannten Firmen erklärten, sie hätten Versuche erkannt oder blockiert, ohne Hinweise auf Datendiebstahl.
Wirtschaftlich scheint die Gruppe erheblich erfolgreich zu sein: Die Google Threat Intelligence Group (GTIG) berichtete kürzlich, dass BlackFile zwischen Januar und Mai Lösegeldzahlungen von mehr als zehn Millionen US-Dollar in Bitcoin erhalten habe.
