Die regionalen Unterschiede bei den Phishing-Raten sind erheblich. Omdia führt die hohen Werte in englischsprachigen Ländern darauf zurück, dass Betrugskampagnen wegen der globalen Verbreitung des Englischen oft in dieser Sprache gestaltet werden und sich zuerst gegen Muttersprachler richten.
Als aufkommende Technologie im Smartphone-Bereich gilt KI-gestützte Sicherheit. Omdia unterscheidet dabei zwischen “Cybersecurity with AI” und “Cybersecurity by AI” – generative KI fällt in die erste, agentenbasierte KI in die zweite Kategorie. Google hat auf Mobilgeräten einen geräteseitigen Betrugsschutz eingeführt, der über natürliche Sprachprüfungen Betrugsnachrichten und Sprachanrufe in Echtzeit erkennen soll. Omdias Tests zeigen jedoch, dass die ausgefeiltesten und neuartigen Betrugsnachrichten weiterhin durchrutschen. Zugleich erlaubt KI Angreifern, Kampagnen schneller als je zuvor zu erstellen, etwa mit Deepfakes, um Nutzer überzeugender zur Preisgabe persönlicher und finanzieller Daten zu verleiten – woraus laut Omdia künftig der Bedarf an “Cybersecurity against AI” erwächst.
Googles Funktion zur Betrugserkennung in Nachrichten ist derzeit in 27 Ländern verfügbar, und zwar auf Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Deutsch, Französisch und Arabisch. Die entsprechende Erkennung für die Telefon-App ist noch auf Pixel-Geräte beschränkt, wird aber auf weitere Länder ausgeweitet. Sie lässt sich in der Google-Telefon-App aktivieren, wobei es dem Nutzer überlassen bleibt, sie im Hintergrund laufen zu lassen.
Die Haltung der Verbraucher gegenüber KI-Funktionen fällt insgesamt verhalten aus. In Omdias Umfrage rangierte sie durchgängig als unwichtigstes Kriterium beim Smartphone-Kauf: Nur 16 Prozent stuften sie als kritisch und 31 Prozent als wichtig ein, während 11 Prozent sie als gar nicht wichtig bewerteten. Die Einstellungen schwanken regional stark – Frankreich (20 Prozent) und die USA (18 Prozent) zeigten sich am skeptischsten, während Indien (1 Prozent) und Spanien (7 Prozent) deutlich aufgeschlossener sind; in Indien werteten 25 Prozent KI sogar als kaufentscheidend.
Ein positiver Befund betrifft die Wirkung von Regulierung. In diesem Jahr nannten Verbraucher Sicherheitsupdates als wichtigste Sicherheitsfunktion. Während es noch im Vorjahr Geräte ohne veröffentlichtes Enddatum für Sicherheitsupdates gab, ist ein solches inzwischen durch mehrere Vorschriften vorgeschrieben, darunter der PSTI Act in Großbritannien. 33 Prozent der Befragten halten ihr Smartphone für “sehr effektiv” bei der Bereitstellung von Updates.
Beim tatsächlichen Update-Verhalten zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild: 38 Prozent installieren neue Software sofort, 31 Prozent innerhalb einer Woche – ein Rückgang um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 14 Prozent brauchen länger als einen Monat, 6 Prozent warten ein halbes Jahr, 2 Prozent aktualisieren nie. Omdia vermutet, dass Nutzer Updates aus Sorge vor Leistungseinbußen, höherem Akkuverbrauch oder Fehlern bewusst meiden, und verweist auf weitere Ergebnisse, wonach Bedienkomfort über robuste Sicherheit gestellt wird.
Im Omdia Mobile Device Security Scorecard 2025 schnitt Googles Pixel 10 Pro als Branchenführer ab und erzielte in den meisten Kategorien – darunter Sicherheitsupdates, Netzwerksicherheit und Malware-Schutz – die höchsten Werte. Samsungs Galaxy S25 folgte knapp dahinter, während Apples iPhone 17 Pro Max beim Schutz vor Betrug und Phishing Nachholbedarf zeigte. Kein getestetes Gerät erreichte beim Phishing-Schutz die volle Punktzahl.
