Der Gesetzentwurf, den Premierminister Christopher Luxon ankündigte, würde Plattformen mit hohem Risikoprofil verpflichten, das Alter ihrer Nutzer aktiv zu prüfen. Als mögliche Werkzeuge nennt die Ankündigung Gesichtsalterschätzung, digitale Identitätsdienste, formelle Ausweisdokumente sowie die Auswertung bereits vorhandener Kontoinformationen. Namentlich genannt werden Instagram, TikTok, Snapchat und Facebook.

Über die reine Altersprüfung hinaus sieht der Entwurf laufende Sorgfaltspflichten vor: Dienste, die bei Kindern beliebt sind, müssten die von ihnen ausgehenden Risiken fortlaufend beobachten und berichten, wie sie diese Risiken erkennen und mindern. Nach Angaben aus Luxons Büro soll der Rahmen ausdrücklich auch neuere Technologien erfassen — darunter sogenannte KI-Begleiter.

Durchgesetzt werden soll das Regelwerk von einer neu zu schaffenden Aufsichtsstelle für Online-Sicherheit, angesiedelt im Department of Internal Affairs. Sie soll prüfen, ob Plattformen die Vorgaben einhalten, und bei Verstößen einschreiten. Die von Luxon ins Spiel gebrachte Sanktionsobergrenze von zehn Prozent des globalen Umsatzes wäre für die großen Anbieter eine erhebliche Drohkulisse.

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Zur Begründung führte Luxon gesundheitliche und soziale Folgen an. „Wir können den Schaden, der einer ganzen Generation neuseeländischer Kinder zugefügt wird, schlicht nicht hinnehmen“, sagte er in einer Erklärung. Soziale Medien setzten Kinder schädlichen Inhalten, süchtig machender Technik und einem Druck aus, mit dem sie nicht umgehen könnten; das wirke sich auf Familienleben, psychische Gesundheit, Schlaf und Schulbildung aus.

Ob das Vorhaben eine Mehrheit findet, ist derzeit nicht absehbar. Der Entwurf stößt bei anderen neuseeländischen Politikern auf Widerstand, und es ist unklar, wie wahrscheinlich es ist, dass er tatsächlich Gesetz wird.

Neuseeland stünde mit einem solchen Schritt nicht allein. Altersgrenzen für soziale Netzwerke breiten sich international aus: Mehrere europäische Länder sowie die Türkei, Brasilien, Indonesien und Kanada arbeiten an entsprechenden Gesetzen oder setzen bereits beschlossene Regelungen um.

Als erstes Land überhaupt hatte Australien ein Verbot für Kinder unter 16 Jahren eingeführt. Unabhängige Untersuchungen zeigen allerdings, dass sich das Gesetz nur schwer durchsetzen lässt — viele jüngere Jugendliche sind weiterhin auf den Plattformen aktiv. Damit steht auch für Neuseeland die Frage im Raum, wie belastbar technische Altersverifikation in der Praxis ist.