Die Ergebnisse der Operation Jackal IV verteilen sich auf mehrere Länder. In Argentinien nahmen Ermittler 17 Personen fest und brachten 196 Verdächtige mit einem großen Crime-as-a-Service-Netzwerk in Verbindung, das westafrikanischen Gruppen der organisierten Kriminalität Webdomains und Unterstützung bei der Geldwäsche bereitstellte.
In Südafrika kam es zu 39 Festnahmen. Die Behörden sperrten dort 257 Bankkonten und zogen 2,67 Millionen US-Dollar von einem Syndikat ein, das es auf Rentner in englischsprachigen Ländern abgesehen hatte — mit Anlage- und Liebesbetrug.
Die rumänische Polizei verhaftete elf weitere Verdächtige, die zu einer Gruppe rund um ein Callcenter gehören sollen. Von dort aus wurden potenzielle Opfer mit dem Versprechen hoher Renditen auf Aktien oder Kryptowährungen in ausgefeilte Anlagebetrugsmodelle gelockt. Italienische Behörden identifizierten eine Person, die einem paneuropäischen Geldwäschenetzwerk zugerechnet wird; dieses wusch Gelder über Scheinfirmen, Zahlungsdienstleister für Überweisungen und Barabhebungen.
INTERPOL beschreibt zudem eine Masche mit Erpressung von Minderjährigen: “Täter kontaktieren Minderjährige typischerweise über soziale Medien, bauen Vertrauen auf und nötigen sie dazu, explizite Bilder oder Videos zu teilen. Anschließend drohen sie damit, dieses Material an die Kontakte des Opfers zu verbreiten, sofern kein Lösegeld gezahlt wird.”
Zur Arbeitsteilung innerhalb der Banden erklärte die Organisation: “Bei einigen dieser kriminellen Syndikate wurde auch beobachtet, dass sie Crime-as-a-Service von externen Anbietern beziehen, häufig über das Darknet, um zentrale Tätigkeiten wie Geldwäsche und andere kritische Abläufe auszulagern.”
Jackal IV steht nicht allein. Zwischen dem 8. Dezember und dem 30. Januar nahmen afrikanische Behörden im Rahmen einer weiteren von Interpol koordinierten Aktion mit dem Codenamen Operation Red Card 2.0 insgesamt 651 Verdächtige fest; daran waren 16 Länder beteiligt.
Im Juli teilte INTERPOL außerdem mit, dass Strafverfolgungsbehörden bei der weltweiten Anti-Betrugs-Aktion “Operation First Light 2026” 5.811 Verdächtige festgenommen und illegale Vermögenswerte im Wert von 293 Millionen US-Dollar beschlagnahmt haben. An diesem Einsatz waren Ermittler aus 97 Ländern beteiligt.
