Weil mehrere Gesundheitsdienste ID-porten zur Authentifizierung verwenden, wirkte sich die Störung auch auf Teile der norwegischen Gesundheitsinfrastruktur aus. Die Behörden warnten vor möglichen Problemen beim Zugriff auf Online-Apotheken und auf das elektronische Rezeptsystem des Landes.
ID-porten erlaubt es Nutzern, ihre Identität über Dienste wie BankID und MinID zu bestätigen, und ist damit ein zentraler Einstiegspunkt in die digitale Verwaltung Norwegens. Fällt dieser Dienst aus, sind Anmeldungen bei einer großen Zahl staatlicher Angebote nicht mehr möglich – entsprechend breit fiel die Liste der zehn beeinträchtigten Dienste aus, die von der Identitätsprüfung bis zur Verwaltung von Mitarbeiterzugängen reichte.
Nach Darstellung norwegischer Medien ist es bereits der dritte DDoS-Vorfall, der die Dienste von Digdir seit Juni trifft. Neu ist vor allem die Größenordnung: „Das Besondere an diesem letzten Angriff, der nun seit einem Tag andauert, ist, dass er zwei- bis dreimal größer ist als das, was wir beim letzten Mal erlebt haben", sagte Digdir-Pressesprecher Are Kvistad dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk NRK.
Wer hinter dem Angriff steht, war zunächst nicht bekannt. Ebenso offen blieb, ob die jüngsten Vorfälle miteinander zusammenhängen oder Teil einer breiter angelegten Kampagne gegen Norwegen sind.
Digdir und Vivicta arbeiteten nach Behördenangaben weiter daran, die betroffenen Systeme zu stabilisieren. Einzelne Dienste waren zwischenzeitlich wieder erreichbar, während der Angriff in wechselnder Stärke fortgesetzt wurde. Dass in den betroffenen Systemen gespeicherte sensible Daten abgeflossen seien, schloss die Behörde aus – bei einer Überlastungsattacke geht es um Verfügbarkeit, nicht um Datenzugriff.
