Der Angriff traf nicht nur die Behörde selbst, sondern zog auch Dienste in Mitleidenschaft, die auf der Digdir-Infrastruktur aufsetzen, ohne direktes Ziel zu sein. Altinn, Norwegens zentrale digitale Plattform für die Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen und Behörden, veröffentlichte eine Warnung zu Anmeldeproblemen und Betriebsstörungen und verwies auf die Statusseite von Digdir.

Auch die norwegische Steuerverwaltung Skatteetaten schaltete auf ihrer Website einen entsprechenden Hinweis zu Anmeldeproblemen und bittet Nutzer, es später erneut zu versuchen. Für aktuelle Informationen zur Verfügbarkeit verweist Digdir auf die Betriebsstatusseite der Dienste sowie auf die Vorfallsberichtsseite mit Aktualisierungen der Digitalisierungsbehörde.

Die Störungsbilder reichen von abgebrochenen Verbindungsversuchen über langsame Serverantworten bis zu Anmeldevorgängen, die deutlich länger dauern als üblich. Vollständige Ausfälle gab es nach Angaben der Behörde nur kurzzeitig; der Betrieb wurde im Lauf des Tages weitgehend stabilisiert, wobei ID-porten und eSignering weiterhin nur eingeschränkt nutzbar waren.

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Digdir-Direktor Frode Danielsen betont, dass die bisherige Aufarbeitung keine Anzeichen für einen Einbruch in die Systeme der Organisation liefert. Ebenso wenig gebe es Hinweise darauf, dass personenbezogene Daten kompromittiert wurden — ein für einen DDoS-Angriff typisches Bild, bei dem die Verfügbarkeit, nicht die Vertraulichkeit angegriffen wird.

Informiert wurden sowohl die norwegische Sicherheitsbehörde NSM (Nasjonal sikkerhetsmyndighet) als auch die Datenschutzaufsicht Datatilsynet. Eine belastbare Zuschreibung des Angriffs an einen Urheber liegt bislang nicht vor; norwegische Medien spekulieren über eine mögliche russische Beteiligung, bestätigt ist diese Vermutung nicht.

Bemerkenswert ist die Häufung: Nach Darstellung von Danielsen ist es innerhalb kurzer Zeit der dritte Angriff dieser Art gegen Digdir. Ein erster Vorfall ereignete sich im Juni, ein zweiter am 3. August, der aktuelle folgte nun am Montag um 03:38 Uhr MESZ.

Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Berichten über volumetrische Angriffe ein. So hat sich die Zahl der DDoS-Angriffe jenseits von einem Terabit pro Sekunde im zweiten Quartal verfünffacht; auch der sichere Messenger Threema war von großangelegten DDoS-Angriffen betroffen.