WhatsApp erweitert die Absicherung von Nutzerkonten gleich an mehreren Stellen. Zentral ist die Unterstützung mehrerer Passkeys: Bislang ließ sich pro Konto nur ein Schlüssel für die Anmeldung per Fingerabdruck, Face ID oder Bildschirmsperrcode hinterlegen, künftig kann für jede Plattform ein eigener angelegt werden.
“Mehr als eine Milliarde Menschen haben bereits einen eingerichtet, und Sie können Ihrem Konto nun mehr als einen Passkey hinzufügen, wenn Sie sowohl Android- als auch iOS-Geräte verwenden. Um zu beginnen, gehen Sie zu Einstellungen > Account > Passkeys”, teilte das Unternehmen mit.
Die zweite Neuerung betrifft die Zwei-Schritt-Verifizierung. Die bisher übliche sechsstellige PIN weicht einem vollwertigen Passwort. “Bislang war es eine sechsstellige PIN, wir haben sie nun zu einem vollständigen Passwort aufgewertet: länger, alphanumerisch und sogar mit Sonderzeichen, damit es schwerer zu erraten ist. Wenn Sie bisher ‘123456’ verwendet haben, ist das Ihr Zeichen zum Aufrüsten”, so WhatsApp.
Drittens erhalten Nutzer mehr Kontext auf dem Anrufbildschirm, bevor sie einen Anruf von einer unbekannten Nummer annehmen. “Auf Android sehen Sie nun mehr Informationen über einen Anrufer, der nicht in Ihren Kontakten steht, etwa ob die Nummer aus einem anderen Land stammt und ob Sie gemeinsame Gruppen haben”, erklärte der Dienst. “Betrüger setzen auf Dringlichkeit – jetzt können Sie mit ein paar zusätzlichen Informationen kurz innehalten, bevor Sie abnehmen.”
Die zusätzlichen Angaben im Anrufbildschirm sind Teil einer breiteren Initiative gegen Betrugsmaschen. Seit Jahresbeginn hat WhatsApp mehrere Funktionen eingeführt, die Angriffe und Betrugsversuche erkennen sollen, bevor Nutzer darauf reagieren.
Im Januar startete die Ausrollung der “Strict Account Settings” – eine Funktion im Stil des Apple-Lockdown-Modus, die besonders gefährdete Personen wie Journalisten und Personen des öffentlichen Lebens vor komplexen Bedrohungen einschließlich Spyware-Angriffen schützen soll.
Zwei Monate später kündigte Meta an, dass WhatsApp künftig warnt, wenn eine Anfrage zur Geräteverknüpfung betrügerisch sein könnte. Angreifer nutzen diesen Weg häufig, um Konten zu übernehmen, indem sie Nutzer dazu bringen, einen Verknüpfungscode weiterzugeben oder einen manipulierten QR-Code zu scannen.
Kürzlich kam zudem eine optionale “Scam Alert”-Funktion in einer begrenzten Beta-Phase hinzu. Sie greift auf ein lokal ausgeführtes Modell für maschinelles Lernen zurück und warnt Nutzer, wenn sie ins Visier von Betrügern geraten.
Nach Angaben des Unternehmens kommunizieren mehr als drei Milliarden Menschen in über 180 Ländern über den Messenger mit Familie und Freunden.
