Paylogix arbeitet als sogenannter Third-Party Administrator und übernimmt für Unternehmen die Verwaltung von Mitarbeiterleistungen, Lohnabrechnung und Versicherungsadministration. Das Unternehmen fungiert als Verrechnungsstelle für zahlreiche Aufgaben, die sonst firmeninterne Verwaltungen erledigen — darunter die komplexen Abläufe rund um Abzüge für Zusatzleistungen. Entsprechend eng sind die Werkzeuge in Lohnsysteme eingebunden, und entsprechend sensibel ist der Datenbestand, der dabei anfällt.

Genau dieser Bestand ist nun abgeflossen. Nach Darstellung des Unternehmens kopierten die Angreifer zwischen dem 13. und dem 18. November Dateien aus dem Netzwerk. Der Angriff selbst ereignete sich im Herbst und störte die Systeme des Dienstleisters. Zu den entwendeten Informationen zählen Sozialversicherungsnummern, elektronische Signaturen, Finanzkontodaten, Angaben zur Krankenversicherung, medizinische Daten, Passnummern und Steuer-Identifikationsnummern.

Eine Gesamtzahl der Betroffenen nennt Paylogix nicht; auf Anfragen zu diesem Punkt reagierte das Unternehmen nicht. Aus den Meldungen an einzelne Bundesstaaten ergibt sich jedoch ein Teilbild: 64.383 Betroffene in South Carolina, 2.304 in New Hampshire und 1.102 in Vermont. Weitere Meldungen gingen unter anderem in Kalifornien, Massachusetts und New Jersey sowie in mehreren anderen Bundesstaaten ein. Mehrere Anwaltskanzleien organisieren inzwischen Sammelklagen gegen das Unternehmen.

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Offiziell hat Paylogix keine Urheber benannt. Im Januar erschien das Unternehmen allerdings auf der Leak-Seite der Ransomware-Gruppe Akira. Die Bundesstrafverfolgung wurde eingeschaltet, Paylogix erklärt, an den Ermittlungen mitzuwirken.

Akira gehört derzeit zu den aktivsten Erpressergruppen überhaupt. Incident-Responder von Google stufen Akira als zweithäufigste beobachtete Schadsoftware-Familie des Jahres 2025 ein; Forscher führen hunderte Angriffe in diesem Jahr auf die Operation zurück. Nach Angaben des FBI und mehrerer europäischer Strafverfolgungsbehörden in einer gemeinsamen Warnmeldung soll die Gruppe bis Ende 2025 mehr als 244 Millionen US-Dollar an Lösegeldern eingenommen haben.

Zu den Zielen, für die Akira die Verantwortung übernommen hat, zählen die Stanford University, der Zoo von Toronto, eine staatliche Bank in Südafrika sowie der Devisenbroker London Capital Group.