Die IBI-Marke gehört zur Website “ibi[.]institute”, die im Februar 2025 registriert wurde. Sie gibt sich als Gemeinschaft führender Fachleute aus aller Welt für Wirtschaft, Politik, Soziologie und internationale Beziehungen aus.

Dass die dort veröffentlichten Artikel mit ChatGPT erstellt wurden, ließ sich laut OpenAI nicht belegen. Viele Texte scheinen jedoch aus wissenschaftlichen Arbeiten kopiert zu sein, teils mit falscher Zuschreibung. Andere wirken so, als seien sie von einem slawischsprachigen Autor verfasst und anschließend maschinell ins Englische übersetzt worden.

Als auffälligstes Element der Operation nennt OpenAI einen Souveränitätsindex, den der vermeintliche Think Tank bewarb, um Russland vorteilhaft darzustellen und westliche Staaten zu kritisieren. Der auch “Burke-Index” genannte Wert setzt sich nach Angaben der Website aus sieben Indikatoren zusammen: politische, wirtschaftliche, technologische, informationelle, kulturelle, kognitive und militärische Souveränität. “Jeder der 7 Souveränitätsbereiche wird mit Ausgleichskoeffizienten auf Basis einer Höchstpunktzahl von 100 Punkten berechnet, die sich wiederum aus offiziellen nationalen und globalen Datenquellen sowie Experteneinschätzungen ergibt”, heißt es dort. Die Summe der sieben Indizes bilde im Bereich von 100 bis 700 Punkten den kumulativen Gesamtindex.

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Die Website enthält zudem Länderberichte mit den jeweiligen Indexwerten. An der Spitze stehen die USA mit 650,9 Punkten, gefolgt von China (649,1), der Schweiz (610,7) und Russland (601,4). Im Russland-Bericht wird das Land für 2025 als Staat mit hohem Souveränitätsniveau und “rekordhafter militärischer und wirtschaftlicher Eigenständigkeit” beschrieben, mit starker wissenschaftlicher und kultureller Basis, aber begrenzter Flexibilität der Zivilwirtschaft und Abhängigkeit von internem Verwaltungskapital. Als Stärkungsvektoren nennt der Text Demografie, Investitionen in Hochtechnologie und eine allmähliche Liberalisierung in nichtmilitärischer Forschung. Russland gehöre zu den drei Weltmächten mit vollständiger digitaler und militärisch-nuklearer Souveränität; demografische Alterung, Innovationsgrenzen und selektive globale Integration blieben zentrale Herausforderungen.

Die Aktivität beschränkte sich nicht auf IBI-Inhalte. Einer der ChatGPT-Nutzer erzeugte mit dem Werkzeug ein Profilbild für einen Telegram-Kanal namens “American Observer” und forderte wiederholt russischsprachige Zusammenfassungen der Kanalaktivität an.

“Die Bedeutung der Operation liegt weniger in der erreichten Zielgruppe als in der Infrastruktur, die sie aufgebaut hat”, erklärte OpenAI. Die Akteure hätten ChatGPT nur für einzelne Werbebeiträge genutzt — diese verwiesen jedoch auf eine glaubwürdig erscheinende Institution mit vorgeblichen Experten, nachgedruckten wissenschaftlichen Arbeiten und einem angeblich eigenen Risikoindex.

Das zeige, so das Unternehmen, wie Einflussakteure KI als unterstützendes Werkzeug innerhalb einer größeren Anstrengung einsetzen können, um Autorität zu fabrizieren, die Quelle bevorzugter Narrative zu verschleiern und Ressourcen aufzubauen, die sich mit der Zeit skalieren lassen. Es zeige aber auch, wie gerade dieser unterstützende KI-Einsatz zur Aufdeckung der gesamten Operation führen könne.