Google hat am Dienstag Chrome 152 freigegeben. Die Version schließt mehr als 300 Sicherheitslücken und setzt damit die außergewöhnliche Patch-Frequenz fort, die den Browser in diesem Jahr prägt.
Zehn der behobenen Schwachstellen tragen die Einstufung „kritisch". Der Großteil davon sind Use-after-free-Fehler, also Speicherfehler durch die Weiterverwendung bereits freigegebener Speicherbereiche. Betroffen sind unter anderem die Komponenten Angle, Aura, Chromecast, Views und SafeBrowsing. Weitere 61 Lücken gelten als hochgradig schwerwiegend, der Rest fällt in die Kategorien mittel und niedrig.
Bemerkenswert ist die Herkunft der Funde: Von den 327 Schwachstellen, die mit den aktuellen Chrome-Updates behoben werden, hat Google 299 intern entdeckt. Verantwortlich dafür ist maßgeblich der Einsatz von KI, der die Zahl der aufgespürten Chrome-Schwachstellen im laufenden Jahr sprunghaft erhöht hat. Externe Meldungen machen damit nur noch einen kleinen Bruchteil der behobenen Fehler aus.
Ausgeschöpft ist das Feld für externe Forscher damit allerdings nicht. Sie finden weiterhin schwerwiegende Fehler im Browser, für die Google entsprechend zahlt. Ein Forscher, der unter dem Namen Goodluck auftritt, erhielt 25.000 Dollar für eine kritische Schwachstelle, die als CVE-2026-79282 geführt wird. Mehrere weitere Melder bekamen für Lücken, die mit diesem Update geschlossen wurden, Bug-Bounty-Prämien im vierstelligen Dollarbereich.
Anzeichen für eine Ausnutzung der Schwachstellen bei Angriffen führt Googles Sicherheitsmitteilung nicht auf. Keine der 327 Lücken ist demnach als Zero-Day im Umlauf gewesen, bevor der Patch bereitstand.
Die Zahlen ordnen sich in eine Entwicklung ein, die sich über das gesamte Jahr zieht: Google hat bislang deutlich mehr als 2.000 Chrome-Schwachstellen gepatcht. Frühere Update-Runden bewegten sich in ähnlichen Größenordnungen — so schloss ein vorangegangenes Release 382 Schwachstellen. Auch eine 13 Jahre alte Chrome-Lücke war zuvor durch Googles KI-gestützte Analyse aufgedeckt worden.
Nutzer sollten den Browser über das Menü unter „Hilfe" und „Über Google Chrome" auf den aktuellen Stand bringen; die Aktualisierung wird nach einem Neustart des Programms wirksam.
