Die Jackal-Reihe läuft seit Jahren. Jackal III, abgeschlossen 2024, führte zu Hunderten Festnahmen und rund drei Millionen US-Dollar an beschlagnahmten Vermögenswerten. Die ersten beiden Operationen 2022 und 2023 brachten zusammen etwa 200 Festnahmen und weitere Millionenbeträge ein. Inhaltlich ging es damals vor allem um Business E-Mail Compromise, Finanzagenten, Romance Scams und – bei Jackal III – um gefälschte “Supernotes”, also besonders hochwertige Blüten.

In Argentinien nahmen die Behörden 17 Personen fest und identifizierten 196 weitere, die an einem “großen Crime-as-a-Service-Netzwerk” beteiligt gewesen sein sollen. Das Netzwerk steht im Verdacht, westafrikanischen Gruppen Website-Domains und Geldwäschedienste bereitgestellt zu haben.

In Südafrika durchsuchten Ermittler sieben Objekte in Johannesburg, die einem Syndikat zugerechnet werden. Diesem wird vorgeworfen, Romance- und Anlagebetrug gegen Rentnerinnen und Rentner in englischsprachigen Ländern betrieben zu haben. Interpol beschreibt die Struktur als ausgefeilt: Mitglieder seien als “Conversion”- oder “Retention”-Agenten eingesetzt und für unterschiedliche Phasen des Betrugs zuständig gewesen. Beschlagnahmt wurden 2,67 Millionen US-Dollar, 257 Bankkonten wurden gesperrt, 39 Personen festgenommen.

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In Italien identifizierten die Behörden eine Person, die mit einem “paneuropäischen Geldwäschenetzwerk” in Verbindung stehen soll, das Briefkastenfirmen, Überweisungsdienste und Bargeldabhebungen nutzte, um die Herkunft von Geldern zu verschleiern. Über ein einzelnes Konto sollen 736.000 US-Dollar gewaschen worden sein.

In Rumänien zerschlug die Polizei eine Gruppe, die aus einem Callcenter heraus Anlagebetrug mit dem Versprechen hoher Renditen auf Aktien oder Kryptowährungen betrieb. Elf Personen wurden festgenommen, rund 379.000 US-Dollar in bar und in Kryptowährung sowie sechs Immobilien und mehrere Luxusuhren sichergestellt.

Darüber hinaus habe die Operation mehrere neue Entwicklungen sichtbar gemacht, darunter eine Zunahme von Sextortion-Kampagnen westafrikanischer Gruppen gegen Minderjährige.

Fachleute bewerten die vergleichsweise niedrige Festnahmezahl nicht als Schwäche. Rafe Pilling, Senior Director für Threat Intelligence bei Sophos, sagte Dark Reading, die Operation sei offenbar darauf angelegt gewesen, Strukturen “zu kartieren und zu stören”; das Identifizieren von Unterstützern und Infrastrukturanbietern könne wertvoller sein als reine Festnahmestatistiken. Alexander Leslie, leitender Analyst bei Recorded Future, argumentiert ähnlich: “Die Festnahme eines einzelnen Betrügers entfernt einen Akteur. Wer die Infrastruktur versteht und stört, auf die Dutzende Akteure angewiesen sind, kann ein ganzes Ökosystem schwächen.”

Der argentinische Fall passt nach Darstellung von Interpol in einen breiteren Trend: Täter greifen zunehmend auf externe Dienstleister zurück, “häufig über das Darknet, um zentrale Tätigkeiten wie Geldwäsche und andere kritische Abläufe auszulagern”.

Pilling erwartet nicht, dass Einsätze wie Jackal IV kriminelle Netzwerke über Nacht beseitigen, wohl aber deren Aufwand und Komplexität erhöhen. Der Nutzen für afrikanische Unternehmen sei zweifach: “Erstens reduziert es einen Teil der unmittelbaren kriminellen Fähigkeiten der betroffenen Netzwerke. Zweitens, und vielleicht wichtiger, verbessert es den Einblick internationaler Strafverfolgung darin, wie diese Gruppen arbeiten, wer sie unterstützt und wo ihre Infrastruktur liegt.” Diese Erkenntnisse könnten künftige Ermittlungen und gezieltere Störmaßnahmen stützen.