Der Kern der Vereinbarung besteht aus zwei Teilen: Geld und Produktauflagen. Von den rund 18 Milliarden Dollar, die Meta über zehn Jahre zahlen will, sollen etwa 12,7 Milliarden Dollar an die beteiligten Bundesstaaten gehen. Weitere 5,3 Milliarden Dollar werden nur dann fällig, wenn YouTube und TikTok vergleichbare Änderungen übernehmen – dazu zählen eine Ein-Stunden-Grenze pro Tag, nächtliche Sperren und Verfahren zur Altersfeststellung – und jeweils eine entsprechende Zahlung leisten.
“Die Vereinbarung ist darauf ausgelegt, eine branchenweite Übernahme voranzutreiben, damit Jugendliche in den Apps, die sie am meisten nutzen, etwa YouTube und TikTok, einheitlich geschützt sind. Wenn Wettbewerber diesen neuen Standard übernehmen, werden bestimmte Bestimmungen verschärft”, erklärte Meta.
Für Kalifornien werden zwischen 1,5 und 2,1 Milliarden Dollar erwartet. Wie ein erheblicher Teil dieses Geldes verwendet wird, entscheiden laut der Mitteilung von Generalstaatsanwalt Bonta letztlich Parlament und Gouverneur; im vorgeschlagenen Vergleich ist es für Zwecke vorgesehen, die der Prävention oder Behebung von psychischen und anderen Schäden bei jungen Kalifornierinnen und Kaliforniern im Zusammenhang mit Social-Media-Nutzung dienen.
Auf der Produktseite führt Meta für Nutzerinnen und Nutzer unter 18 Jahren eine standardmäßige tägliche Nutzungsgrenze von zwei Stunden ein, die sich nur mit Zustimmung eines Elternteils abschalten lässt. Sollten YouTube und TikTok ähnliche Bedingungen akzeptieren, sinkt diese Grenze auf eine Stunde. Zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens werden die Apps für Jugendliche standardmäßig gesperrt, die meisten Benachrichtigungen zwischen 22 und 7 Uhr sowie während der Schulzeiten stummgeschaltet – Eltern können das anpassen. Direktnachrichten sowie bestimmte Konto- und Sicherheitshinweise sind von einem Teil dieser Einschränkungen ausgenommen.
Hinzu kommen weitere Auflagen: Like- und Reaktionszahlen werden Jugendlichen nicht mehr angezeigt, Filter für kosmetische Chirurgie werden blockiert, es muss eine Option für einen nicht personalisierten Feed geben, die Werkzeuge zur elterlichen Aufsicht werden ausgebaut, und Meta soll zusätzliche Technik zur Altersverifikation einsetzen, um Minderjährige zu erkennen und Kinder unter 13 Jahren zu entfernen.
Die Einhaltung überwacht ein unabhängiger Prüfer. Zugleich ist es Meta untersagt, falsche oder irreführende Angaben über seine Sicherheitsfunktionen zu machen. Die meisten der neuen Schutzmaßnahmen müssen zehn Jahre lang bestehen bleiben. Darüber hinaus richtet die Vereinbarung eine unabhängige Forschungsstiftung ein, die sich mit dem Wohlbefinden von Jugendlichen und der Nutzung sozialer Medien befasst.
Meta rechnet nach eigenen Angaben damit, im dritten Quartal 2026 Rechtskosten von rund 10 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der Vereinbarung zu verbuchen.
