Boston Scientific, einer der großen Hersteller von Medizinprodukten, kämpft mit den Folgen eines Cyberangriffs. Nach eigenen Angaben entdeckte das Unternehmen den Sicherheitsvorfall am Dienstag und informierte darüber sowohl in einer öffentlichen Stellungnahme als auch in Unterlagen für die US-Börsenaufsicht SEC.

„Der Vorfall hat den Zugriff auf bestimmte Betriebssysteme und Geschäftsanwendungen beeinträchtigt, einschließlich der Fähigkeit, Kundenbestellungen zu bearbeiten und zu versenden“, teilte der Konzern mit. Damit ist ein zentraler Teil des operativen Geschäfts betroffen: Die Auslieferung an Kunden stockt.

Der Angriff verursachte einen Netzwerkausfall und störte die globalen Abläufe des Unternehmens. Boston Scientific beauftragte ein Cybersicherheitsunternehmen mit der Aufarbeitung des Schadens. Ob es sich um einen Ransomware-Angriff handelt, wollte ein Sprecher gegenüber Recorded Future News nicht sagen. Wann alle Systeme wieder vollständig laufen, ist demnach offen.

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Auch die finanziellen Auswirkungen kann der Hersteller bislang nicht beziffern. Zur Einordnung der Größenordnung: Boston Scientific, dessen Produktpalette von Herzschrittmachern bis zu Stents reicht, meldete für das zweite Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 5,4 Milliarden US-Dollar. Investoren erklärten gegenüber CNBC, ihnen sei signalisiert worden, dass die Wiederherstellung der Systeme Wochen in Anspruch nehmen könnte. Bis Mittwoch hatte keine Hackergruppe die Verantwortung für den Angriff übernommen.

Die Medizintechnikbranche ist zuletzt mehrfach ins Visier geraten. Der weltgrößte Hersteller Medtronic informierte im vergangenen Monat mehr als 3,8 Millionen Menschen darüber, dass ihre Daten bei einem Angriff offengelegt worden sein könnten; Berichten zufolge steht der Vorfall mit einer bekannten Cybercrime-Gruppe in Verbindung.

Ebenfalls betroffen war in diesem Jahr der Hersteller Stryker. Zu diesem Angriff bekannte sich schließlich eine Gruppe mit Verbindungen zur iranischen Regierung. Das in Michigan ansässige Unternehmen benötigte Wochen für die Wiederherstellung, und der Vorfall hatte nach Angaben des FBI Folgewirkungen für Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen in den USA.