Der Katalog der Zusagen ist umfangreich. Nutzerinnen und Nutzer unter 18 Jahren sollen die Apps künftig höchstens zwei Stunden pro Tag verwenden können, zwischen Mitternacht und 6 Uhr wird der Zugang blockiert. Minderjährige sollen keine „Likes“ oder anderen Reaktionen auf ihre Beiträge mehr sehen und keine Filter für Schönheitsoperationen nutzen dürfen. Zusätzlich muss Meta jungen Nutzern einen „nicht personalisierten“ Feed anbieten, der nicht von einem Algorithmus zusammengestellt wird.

Benachrichtigungen an Minderjährige werden laut Bonta standardmäßig zwischen 22 und 7 Uhr sowie während der Schulzeit unterdrückt. Jugendliche erhalten ein Werkzeug, um potenziell schädliche Inhalte zu melden; auf 90 Prozent dieser Meldungen muss Meta in weniger als einem halben Tag reagieren.

Zur Kontrolle verpflichtet sich der Konzern, einen unabhängigen Prüfer zu beauftragen, der „umfassenden Zugang zu Informationen und Ressourcen“ sowie das „Recht, Bedenken zu äußern“ gegenüber den klagenden Generalstaatsanwälten erhält. Außerdem darf Meta laut einer Mitteilung Bontas keine „weiteren falschen, irreführenden oder täuschenden Aussagen zu seinen Sicherheitsfunktionen“ mehr treffen.

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„Dieser Vergleich ist der Big-Tobacco-Moment der sozialen Medien“, erklärte Jim Steyer, Vorstandschef von Common Sense Media. „Die Botschaft an die Tech-Branche ist eindeutig: Baut Kinderschutz ein – oder Gerichte und Gesetzgeber zwingen euch dazu.“

James Speta, Rechtsprofessor mit Schwerpunkt Internetpolitik an der Northwestern University School of Law, führt Metas Einlenken auf die wachsende Zahl von Klagen zurück, auf jüngste Niederlagen in ähnlichen Verfahren in New Mexico und Los Angeles sowie auf die Einsicht, dass der bisherige Zustand angesichts zunehmend erzürnter Eltern nicht haltbar sei. „Diese neuen Beschränkungen und Rechenschaftsmechanismen werden das Erlebnis auf Instagram und Facebook wahrscheinlich verändern, und sie sind darauf ausgelegt, die Nutzungsintensität zu senken“, sagte er. „Es besteht kein Zweifel, dass das eine große Sache ist.“

Parallel einigte sich Meta am Mittwoch mit Texas auf rund eine Milliarde Dollar, um vergleichbare Vorwürfe des Bundesstaates beizulegen. Zahlreiche weitere Klagen von Eltern, Nutzern und Schulbezirken laufen weiter; wie sich der Vergleich auf diese Verfahren auswirkt, ist offen.

Ungewöhnlich ist die Konstruktion der Zahlungssumme: Wie viel Meta letztlich überweisen muss, hängt davon ab, wie viele andere große Plattformen – genannt werden Snap, TikTok und YouTube – ebenfalls Bußgelder akzeptieren. Meta selbst forderte in einem Blogbeitrag Konkurrenten auf, dem Beispiel zu folgen: „Sicherzustellen, dass Jugendliche eine sichere und produktive Erfahrung auf unseren Plattformen machen, ist für Meta ein absolutes Gebot“, heißt es dort. Jugendliche bewegten sich täglich fließend zwischen Dutzenden Apps, weshalb der Konzern TikTok und YouTube dazu aufrief, sich gemeinsam mit den Generalstaatsanwälten dem neuen Standard anzuschließen.

Bonta wertete die Einigung unabhängig davon als revolutionär: „Meta hat massiven Veränderungen zugestimmt, die das Schadensrisiko seiner Plattformen verringern – und wird sie innerhalb von Monaten umsetzen.“