China wird in der Bitkom-Erhebung am häufigsten als Ursprungsland genannt: Mehr als die Hälfte der Unternehmen mit einem Vorfall konnte mindestens einen Angriff nach China zurückverfolgen, Russland folgt auf Rang zwei. Auch der Iran hat sich als bedeutende Quelle etabliert — rund jedes zehnte betroffene Unternehmen brachte einen Vorfall mit dem Land in Verbindung.

Die größte Angreifergruppe bleibt aus Sicht der befragten Unternehmen die organisierte Kriminalität. Doch die Grenze zwischen kriminellen Gruppen und staatlichen Diensten lässt sich laut Bitkom immer schwerer ziehen. “Die Grenzen zwischen organisierter Kriminalität und Nachrichtendiensten verschwimmen in vielen Ländern”, sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. “Nachrichtendienste nutzen kriminelle Strukturen, und umgekehrt lässt man Kriminelle gewähren, solange sie ihre Ziele im Einklang mit politischen Vorgaben wählen.”

Häufigste Angriffsform bleibt Ransomware: Jedes vierte Unternehmen berichtete, dass Angreifer Daten verschlüsselt und für die Wiederherstellung Geld gefordert hätten. Daneben nannten die Befragten Phishing, Angriffe auf Passwörter, DDoS-Attacken, Malware-Infektionen, das Abfangen von Kommunikation sowie den Diebstahl von Unternehmensdaten.

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In die Schadenssumme von 186 bis 240 Milliarden Dollar fließen nach Bitkom-Angaben Betriebsunterbrechungen, Ermittlungen, Wiederherstellungsmaßnahmen, Rechtsstreitigkeiten und Erpressungszahlungen ein, ebenso entgangene Umsätze und verlorene Wettbewerbsvorteile. Die Folgen reichen den Studienautoren zufolge über das unmittelbar betroffene Unternehmen hinaus — etwa in Form von Produktionsausfällen bei Geschäftspartnern oder Reputationsschäden bei Kunden.

Mehrere bekannte deutsche Organisationen haben in diesem Jahr Cybervorfälle offengelegt. Der Discounter Lidl meldete im Juli eine Datenpanne, nachdem Angreifer Zugriff auf Kundendaten bei einem seiner IT-Dienstleister erlangt hatten. Im April griffen Hacker den externen Abrechnungsdienstleister Unimed an, der von medizinischen Einrichtungen in ganz Deutschland genutzt wird; mehrere Universitätskliniken erklärten später, dass dabei Patientendaten entwendet wurden. Und im Januar traf ein gezielter Cyberangriff die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, eines der ältesten Museumsnetzwerke Europas, und störte große Teile von deren digitaler Infrastruktur.