Auf den Vorfall aufmerksam geworden ist MAG nach eigenen Angaben am Dienstag. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Angreifer wenige Tage vor der Entdeckung erstmals auf Kundendaten zugriffen. Zur Eindämmung habe man den Zugang zu den betroffenen Systemen eingeschränkt, externe Sicherheitsspezialisten hinzugezogen und die zuständigen Behörden informiert.
Auf die Passagiersicherheit und die Luftsicherheit habe der Angriff keine Auswirkungen gehabt, teilte MAG mit. Flüge, Flughafenbetrieb und Parkdienste liefen normal weiter.
Vorsorglich hat der Betreiber allerdings seinen Online-Dienst „Manage My Booking" vorübergehend abgeschaltet. Bereits getätigte Reservierungen behalten laut MAG ihre Gültigkeit; Kundinnen und Kunden müssten nichts unternehmen — es sei denn, sie wollen eine Buchung innerhalb der kommenden 72 Stunden ändern. Für diese Fälle verweist das Unternehmen auf eine Telefon-Hotline des Kundenservice.
Die betroffenen Kunden hat MAG per E-Mail benachrichtigt und dabei ausdrücklich vor Phishing-Versuchen gewarnt. Man werde Kundinnen und Kunden niemals unaufgefordert kontaktieren, um Kreditkartendaten, Bankverbindungen oder Passwörter zu erfragen, stellte das Unternehmen klar. Diese Warnung hat einen konkreten Hintergrund: Mit E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Postleitzahlen und Kfz-Kennzeichen verfügen Angreifer über genau jene Details, die betrügerische Nachrichten im Namen eines Flughafenbetreibers glaubwürdig erscheinen lassen.
Die Datensätze stammen aus Diensten, die viele Reisende beiläufig nutzen: die Vorabbuchung eines Parkplatzes, der Zugang zur Lounge, die beschleunigte Sicherheitskontrolle per Fast Track sowie die Anmeldung im WLAN am Flughafen. Gerade Letzteres erklärt die hohe Zahl der Betroffenen, denn eine WLAN-Registrierung erfordert in der Regel lediglich die Angabe einer E-Mail-Adresse — was zur Aussage des Sprechers passt, dass in den meisten Fällen ausschließlich diese eingesehen wurde.
MAG gehört mehrheitlich zehn Kommunalverwaltungen im Großraum Manchester; eine Minderheitsbeteiligung hält der australische Fonds IFM Investors. Zur Frage, ob eine Erpressung im Spiel ist oder wer hinter dem Zugriff steckt, äußerte sich das Unternehmen bislang nicht.
Offen bleibt damit auch der Einfallsweg in die betroffene Umgebung. MAG legte weder dar, wie sich die Angreifer Zugang verschafften, noch welche Aktivitäten sie innerhalb des Systems entfalteten, die über das Einsehen von Kundendaten hinausgingen. Ebenso wenig nannte das Unternehmen einen Zeitraum, aus dem die abgeflossenen Datensätze stammen.
