Google hat am Donnerstag ein Bündel an Netzwerk- und Datenschutzfunktionen für Android 17 angekündigt. Im Mittelpunkt steht Encrypted Client Hello (ECH), das die im TLS-Handshake bislang im Klartext übertragene Zieladresse verbirgt.

Googles Abteilung Jigsaw erläuterte die Integration in einem begleitenden Bericht: ECH verberge den Domainnamen mithilfe eines geheimen Schlüssels, den nur die Zielwebseite entschlüsseln könne. Entscheidend sei jedoch, dass nicht alle Webserver ECH unterstützen. „Um zu vermeiden, dass nur bestimmte Verbindungen als ECH-geschützt auffallen, sollten Apps und Browser ECH GREASE einsetzen — dabei werden gefälschte, zufällig erzeugte ECH-Erweiterungen auch an Seiten geschickt, die ECH nicht unterstützen —, sodass jede Verbindungsanfrage gleich aussieht“, so Jigsaw.

In Android 17 ist ECH GREASE standardmäßig aktiviert. Damit reicht der Schutz über die bisherigen Browser-Implementierungen hinaus: ECH kam in Google Chrome mit Version 117 und in Mozilla Firefox mit Version 118 an, greift nun aber auf Ebene des gesamten Betriebssystems. Auch der quelloffene HTTP- und HTTP/2-Client OkHttp hat ECH-Unterstützung in seine Kernbibliothek aufgenommen, wie Jigsaw mitteilte — Entwickler von Drittanbieter-Apps können die Funktion damit direkt nutzen.

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Ein zweiter Baustein betrifft das lokale Netz. Mit der Local Network Protection müssen Apps künftig die Zustimmung der Nutzer einholen, bevor sie andere Geräte im heimischen Netzwerk aufspüren oder Verbindungen zu ihnen aufbauen.

Hinzu kommt Certificate Transparency, die in Android 17 standardmäßig aktiv ist. Sie verlangt, dass alle Webseiten in einem öffentlichen Register protokolliert werden.

Der vierte Punkt zielt auf den Mobilfunk: Telekommunikationsanbieter können 2G für ihre Kunden nun ab Werk abschalten. Das soll Downgrade-Angriffe verhindern und die Angriffsfläche durch gefälschte Basisstationen sowie sogenannte SMS-Blaster verkleinern — Geräte, die bösartige Textnachrichten versenden oder den Datenverkehr in ihrer Umgebung mitschneiden können.

Google hatte das Thema bereits zuvor angefasst: Android 12 bietet eine manuelle Option, mit der Nutzer 2G auf Hardwareebene deaktivieren können; mit Android 14 kam eine Funktion hinzu, mit der IT-Administratoren die 2G-Unterstützung auf verwalteten Geräten abschalten können. Die neue Variante arbeitet dagegen ohne Zutun der Nutzer. „Bei teilnehmenden Mobilfunkanbietern hilft dies, die alte Angriffsfläche von vornherein zu beseitigen, und entschärft proaktiv eine der wichtigsten Methoden von SMS-Blastern, bevor sie Ihr Gerät ins Visier nehmen können“, erklärte Google.