Nach Angaben von FBI-Direktor Kash Patel wird Adekunle die sexuelle Ausbeutung eines Minderjährigen mit Todesfolge, die Herstellung von Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger, die Nötigung und Verleitung eines Minderjährigen sowie zwischenstaatliche Drohungen mit Erpressungsabsicht vorgeworfen. Olawale ist wegen Delikten im Zusammenhang mit der sexuellen Ausbeutung Minderjähriger, der Nötigung und Verleitung Minderjähriger sowie der Verbreitung von Kinderpornografie angeklagt.

“Sie waren drei Jahre lang im Ausland, aber dieses FBI und unsere Partner im Justizministerium sind hingegangen und haben sie geholt”, erklärte Patel. Sextortion sei ein abscheuliches Verbrechen, das sich gegen unschuldige Menschen und häufig gegen kleine Kinder richte; das FBI werde jeden Einzelnen verfolgen, der verwundbare Amerikaner schädige.

Die beiden Festnahmen gehen auf “Operation Artemis” zurück, eine gemeinsame internationale Strafverfolgungsaktion gegen von Nigeria aus operierende Sextortion-Netzwerke, die gezielt Minderjährige in den USA und anderen Ländern ins Visier nahmen.

Anzeige

Bei Sextortion drohen die Täter damit, intime Aufnahmen ihrer Opfer zu veröffentlichen. Das Material stammt entweder aus Hacking-Angriffen oder wird den Betroffenen durch Druck und Nötigung abgepresst. In manchen Fällen verkaufen die Täter die erbeuteten Inhalte zusätzlich auf kriminellen Marktplätzen oder geben persönliche Daten der Opfer – Namen, Geburtsdaten, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Nutzernamen in sozialen Netzwerken – an andere Kriminelle weiter. Diese setzen die Betroffenen dann weiter unter Druck, um noch mehr private Bilder und Videos zu erhalten.

Das FBI hatte in diesem Monat davor gewarnt, dass Cyberkriminelle Konten von Kindern und Erwachsenen in sozialen Netzwerken angreifen, um sexuell explizite Bilder oder Videos zu stehlen und die Opfer anschließend damit zu erpressen. Bereits im September 2021 hatte die Bundespolizei einen massiven Anstieg von Sextortion-Beschwerden gemeldet und Betroffenen geraten, sich umgehend an die Strafverfolgungsbehörden zu wenden und jeglichen Kontakt zu den Tätern sofort abzubrechen.

Die Strafen in derartigen Verfahren fallen drastisch aus. Ein kanadischer Staatsbürger wurde im Mai zu 33 Jahren Haft verurteilt; er hatte über acht Jahre hinweg mehr als 145 Kinder in den USA erpresst, einige davon erst sechs Jahre alt. Kürzlich wurde zudem ein Mitglied des Cybercrime-Kollektivs “The Com” zu zwei Jahren Haft verurteilt, nachdem es sich der Erpressung und mehrerer Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern schuldig bekannt hatte – betroffen waren nahezu 120 Opfer weltweit.