Die fünf Angeklagten hatten es nach Darstellung der US-Staatsanwaltschaft gezielt auf Geldautomatenmodelle abgesehen, die sie für konstruktionsbedingt anfälliger für Schadsoftware hielten. „Jackpotting-Banditen ziehen durchs ganze Land. Die Strategie dieser Gruppe bestand darin, gezielt Geldautomaten anzugreifen, die sie für besonders anfällig für Malware hielten“, erklärte US-Staatsanwalt Ryan A. Kriegshauser. Es gebe jedoch Technik, die Jackpotting verhindern könne; seine Behörde ermutige Banken und andere Finanzinstitute, in entsprechende Aktualisierungen zu investieren, und beantworte gerne Fragen dazu.

Beim Jackpotting installieren Kriminelle Schadsoftware auf dem internen Rechner eines Geldautomaten. Über eine angeschlossene USB-Tastatur oder das eingebaute PIN-Pad senden sie anschließend Befehle an die interne Ausgabeeinheit und lassen die Kassetten mit dem Bargeld leeren. In den vergangenen Jahren kamen dabei unter anderem die Schadprogramme ATMii, ATMitch, GreenDispenser, Alice, RIPPER, Skimer, SUCEFUL und Ploutus zum Einsatz.

Im konkreten Fall blieb es bei Versuchen. In Wamego scheiterte die Installation der Schadsoftware, der Manipulationsversuch löste jedoch einen Alarm aus; die Täter kehrten nicht zurück, nachdem die Polizei ausgerückt war. „In Manhattan war die Gruppe ebenso erfolglos dabei, den Geldautomaten zur Ausgabe von Geld zu bringen“, heißt es in der Mitteilung des Justizministeriums, die am Montag veröffentlicht wurde. „Beide versuchten Diebstähle wurden von Überwachungskameras aufgezeichnet, und die Täter wurden wenige Tage später festgenommen.“

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Das FBI hatte im Februar gewarnt, dass Kriminelle im vergangenen Jahr im Zuge eines starken Anstiegs von Jackpotting-Vorfällen mehr als 20 Millionen US-Dollar erbeutet haben. Der Warnung war eine Festnahmewelle gegen Mitglieder der venezolanischen kriminellen Organisation Tren de Aragua vorausgegangen. Diese stehen im Zusammenhang mit einem groß angelegten Jackpotting-Komplex, bei dem die Ploutus-Malware eingesetzt wurde, um an Geldautomaten in den gesamten USA Millionenbeträge in bar zu entwenden.

Insgesamt hat das US-Justizministerium bislang 87 Mitglieder von Tren de Aragua angeklagt. Ihnen drohen Höchststrafen zwischen 20 und 335 Jahren Haft. Bereits im Januar hatte die Bundesstaatsanwaltschaft in South Carolina mitgeteilt, dass zwei wegen Jackpotting-Angriffen verurteilte venezolanische Staatsangehörige nach Verbüßung ihrer Strafen abgeschoben werden sollen.