Der Versuch endete, bevor er richtig begann: Fünf venezolanische Staatsangehörige wollten im Dezember 2025 Geldautomaten in den Kleinstädten Wamego und Manhattan in Kansas mit Schadsoftware manipulieren – und scheiterten bei beiden Anläufen. Überwachungskameras zeichneten die Aktionen auf, die Festnahmen folgten wenige Tage später.

Angeklagt waren Luis Alberto Velasquez-Artigas (27), Royder Adrian Figuera-Perez (29), Javier Mejia Jr. (27), Gabriel Alexjandro Corales-Garcia (33) und Italo Lizandro Corrales-Carrillo (26). Für die Aktion waren die Männer laut Gerichtsunterlagen aus Indiana angereist.

Das Vorgehen entspricht dem klassischen Jackpotting-Muster: Die Täter verschaffen sich physischen Zugang zum Automaten, spielen dort Schadsoftware auf und aktivieren sie anschließend aus der Ferne, damit das Gerät seinen Bargeldbestand ausgibt. Beide Versuche in Kansas blieben ohne Erfolg.

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Alle fünf Beschuldigten haben sich nach Angaben des US-Justizministeriums der Verschwörung zum Bankdiebstahl schuldig bekannt. Velasquez-Artigas erhielt eine Haftstrafe von neun Monaten, die übrigen vier warten noch auf ihre Verurteilung.

„Dieser Fall verdeutlicht einen zunehmenden Trend, den das FBI und unsere Partner in der Strafverfolgung landesweit beobachten – ein Vorgehen, das als ‚Jackpotting‘ bekannt ist“, erklärte Chris Ormerod, Special Agent in Charge des FBI in Kansas City.

Das FBI hatte im Februar 2026 vor einer Zunahme solcher Vorfälle in den USA gewarnt. Seit 2020 zählte die Bundespolizei mehr als 1.900 Jackpotting-Fälle. Allein 2025 waren es über 700 Vorfälle mit einem Schaden von mehr als 20 Millionen US-Dollar.

Kürzlich meldeten die US-Behörden ein weiteres Urteil in diesem Deliktfeld: Der 27-jährige venezolanische Staatsangehörige Juan Manuel Gouveia-Aguilera wurde wegen seiner Rolle in einem Jackpotting-Vorhaben zu 96 Monaten Haft und fünf Jahren Führungsaufsicht verurteilt.