Die Schwachstelle CVE-2026-0768 in der KI-Low-Code-Plattform Langflow wird aktiv angegriffen. Darauf weist das auf Schwachstellen-Intelligence spezialisierte Unternehmen VulnCheck hin, das die Angriffe über eigene Köder-Systeme registriert hat.
Der Fehler mit dem CVSS-Wert 9.8 liegt im Code-Validator des Editors für benutzerdefinierte Komponenten. Eine vom Nutzer gelieferte Zeichenkette wird dort nicht ausreichend geprüft, bevor sie zur Ausführung von Python-Code herangezogen wird. In der Folge lässt sich ohne Authentifizierung beliebiger Code mit root-Rechten ausführen. Verwundbar sind alle Langflow-Versionen bis einschließlich 1.4.2.
Der Weg der Lücke in die Öffentlichkeit verlief über zwei Stationen: Gemeldet wurde sie im Juli 2025 über die Zero Day Initiative (ZDI), veröffentlicht wurde sie im Januar 2026 – als Zero-Day.
Nach Beobachtung von VulnCheck dient die Ausnutzung derzeit vor allem der Aufklärung und dem Sammeln von Zugangsdaten. Die Angreifer fragen Umgebungsvariablen, geheime Schlüssel und SSH-Zugänge ab. Der überwiegende Teil dieser Anfragen stammt laut dem Unternehmen aus Russland. Bis Montag zählte VulnCheck mehr als 360 Ausnutzungsversuche gegen seine Köder-Systeme im Vereinigten Königreich.
Überraschend kommt die Entwicklung nicht. VulnCheck hatte bereits kürzlich vor einer wachsenden Zahl von Angriffen auf Langflow-Schwachstellen gewarnt. „Vor 2026 gab es Belege für lediglich eine Langflow-Schwachstelle, von der bekannt war, dass sie in freier Wildbahn ausgenutzt wird. Im Jahr 2026 hat sich die Lage schnell geändert. Wir haben inzwischen elf weitere Schwachstellen gesehen, die angegriffen und als aktiv ausgenutzt gemeldet wurden – das zeigt das wachsende Interesse der Angreifer an Langflow“, so das Unternehmen.
Bei drei der bekannten, aktiv ausgenutzten Lücken – CVE-2026-0769, CVE-2025-3248 und CVE-2026-5027 – hat VulnCheck nach eigenen Angaben mehr als 15.000 erfolgreiche Angriffe auf verwundbare Langflow-Instanzen beobachtet.
