Mit dem Office of Maritime Cybersecurity Policy bündelt die US-Küstenwache erstmals die Zuständigkeit für die Cybersicherheitspolitik des Marine Transportation System an einer Stelle. Das Büro entwickelt und implementiert die Vorgaben für die Cybersicherheit von Häfen, Schiffen und maritimen Einrichtungen und ist beim Director of Inspections and Compliance angesiedelt.

Neben der nationalen Richtlinienarbeit soll das Büro zu internationalen Standards beitragen, eine einheitliche Strategie für Compliance und Durchsetzung steuern und den Austausch mit maritimen Organisationen, Hochschulen und nationalen Laboren führen. Außerdem soll es neue Technologien und Verfahren beobachten, mit denen die Branche Cyberrisiken vorausschauend steuern kann.

„Fortschrittliche Systeme und Ausrüstung, einschließlich des zunehmenden Einsatzes von Informations- und Betriebstechnik, beschleunigen und verändern die maritime Industrie", erklärte die Coast Guard. „Diese Fortschritte bringen zwar betriebliche Effizienzgewinne und Verbesserungen im gesamten Marine Transportation System, sie erhöhen aber auch die Risiken für einen Sektor kritischer Infrastruktur."

Anzeige

Rear Adm. Robert C. Compher, Assistant Commandant for Prevention Policy, betonte, die Küstenwache müsse mit dem technologischen Fortschritt der Branche Schritt halten. „Die Schaffung des Office of Maritime Cybersecurity Policy etabliert eine zentrale Instanz, um klare Vorgaben zu entwickeln, eine einheitliche Compliance-Strategie zu steuern und mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten", sagte Compher. Das Büro solle aktuelle Bedrohungen und Schwachstellen adressieren und den maritimen Sektor zugleich auf künftige Herausforderungen vorbereiten.

Die Einrichtung erfolgt rund 18 Monate nach einem kritischen Bericht des Government Accountability Office. Die Prüfbehörde hatte in einem Bericht vom Februar 2025 mehrere Defizite im Vorgehen der Küstenwache beim Schutz des MTS benannt, das etwa 360 kommerzielle See- und Flusshäfen umfasst.

Das GAO forderte die Coast Guard auf, die Genauigkeit der Informationen zu Cybersicherheitsvorfällen zu verbessern, den Zugang zu Daten über Cybermängel zu erleichtern, ihre Cyberpläne mit der nationalen Strategie in Einklang zu bringen, Kompetenzanforderungen für Personal mit MTS-Cybersicherheitsaufgaben festzulegen und bestehende Kompetenzlücken zu schließen.

Zudem stellte die Prüfbehörde fest, dass das Aufzeichnungssystem der Küstenwache keinen unmittelbaren Zugriff auf vollständige Informationen zu Cybersicherheitsproblemen bot, die bei Inspektionen von Schiffen und Anlagen entdeckt wurden. Auch die Cyberstrategie der Behörde erfüllte laut GAO mehrere Merkmale einer wirksamen nationalen Strategie nicht vollständig – darunter Risikobewertung, Leistungskennzahlen, erforderliche Ressourcen und Investitionen sowie die Aufteilung von Rollen und Verantwortlichkeiten.

Ob die Gründung des neuen Büros unmittelbar auf die GAO-Feststellungen zurückgeht, ließ die Küstenwache offen.