Der Bericht unterscheidet zwischen generativer und agentischer KI. Je weiter sich Systeme vom assistierenden Werkzeug zum handelnden Akteur über mehrere Systeme hinweg entwickeln, desto weniger lassen sie sich als reine Produktivitätshilfe behandeln — die Angriffsfläche des Unternehmens wächst entsprechend, und es entstehen neue Sicherheitsrisiken.

Sygnia beobachtet einen Druck von zwei Seiten: Die Führungsebene erkennt den Aufsichtsbedarf, verfügt aber über kein erprobtes Vorgehensmodell; Mitarbeitende können die Sicherheitsfolgen der von ihnen eingeführten Werkzeuge in der Regel nicht selbst bewerten. Wo Geschwindigkeit priorisiert wird, rücken Sicherheitsprüfungen, Anbieterbewertungen und Datengovernance in den Hintergrund.

Besonders schnell vermehren sich laut dem Bericht jene Einstiegspunkte, die gerade nicht unter aktiver Sicherheitsprüfung stehen: ungesteuerte KI einschließlich Schatten-KI, improvisierte Integrationen sowie KI-Agenten mit überhöhten Berechtigungen. Die verbreitete Annahme, ein noch junges KI-Programm bedeute geringe Exponierung, weist Sygnia zurück: Die KI-Angriffsfläche sei kein feststehender Perimeter, sie wachse überall dort, wo KI eingeführt, integriert oder gebaut werde.

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Auf Angreiferseite bleiben Taktiken und Techniken im Kern oft dieselben, doch KI erlaubt es, sie schneller, in größerem Umfang und stärker automatisiert auszuführen. Sygnia verweist auf einen kürzlich von eigenen Incident-Respondern untersuchten und behobenen KI-gestützten Angriff.

Als Antwort schlägt Sygnia einen Lebenszyklusansatz vor. Die Prioritäten bleiben über alle Phasen gleich: Nutzung erkennen, Risiko einordnen, Verantwortung zuweisen, Zugriff begrenzen, Kontrollen prüfen und Vorfallsszenarien vorbereiten, bevor KI in kritische Arbeitsabläufe eingebettet ist.

Typische Schwachstellen benennt der Bericht phasenweise. In der Governance fehlt häufig die Festlegung, wer einen Anwendungsfall besitzt, ihn genehmigt, den Betrieb überwacht und für geschäftliche Folgen haftet. Beim Entwurf bleiben KI-spezifische Fragen offen: Umgang mit Prompts, abgerufene Daten, Speicherung von Embeddings, Schutz von Vektordatenbanken, Validierung von Modellausgaben und das Verhalten bei Manipulation. Bei Beschaffung überholt die Einkaufsgeschwindigkeit regelmäßig die Sorgfaltsprüfung — ob selbst bauen, kaufen oder integrieren, sei eine Sicherheitsentscheidung, nicht nur eine Frage von Funktion und Kosten.

Beim Ausrollen nennt Sygnia übermäßige Berechtigungen als häufigsten Fehler: KI-Systeme werden mit Zugriffen an sensible Daten angebunden, die eher der Bequemlichkeit als dem fachlichen Bedarf entsprechen — förmlich geprüft wird das selten, überprüft noch seltener. Nach dem Ausrollen verändern Modellaktualisierungen, neue Integrationen und erweiterte Anwendungsfälle das Risikoprofil, ohne dass darüber bewusst entschieden würde.

Besonders deutlich fällt das Urteil zur Vorfallsbereitschaft aus: Vorhandene Pläne seien für die Bedrohungen des letzten Aktualisierungsstands geschrieben, KI-Szenarien fehlten in den meisten. Prompt Injection, kompromittierte Agenten, Datenabfluss, unsichere Ausgaben, Exponierung über Dritte oder Vorfälle, in denen KI-erzeugte Aktivität Teil der Beweiskette wird, verlangen andere Forensikfähigkeiten, Eindämmungsstrategien und Abstimmung mit Beteiligten als klassische Angriffe.

Laut Sygnias Umfrage nennen 89 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen die geringe Einbindung von Vorstand und Geschäftsführung in die IR-Bereitschaft als zentrale Hürde, 75 Prozent berichten von Verzögerungen durch Unklarheit über die Einbeziehung von Rechtsabteilung und Kommunikation. 65 Prozent halten einen Wechsel des IR-Dienstleisters zum Vertragsende für wahrscheinlich — Hauptgrund ist der Wunsch nach proaktiverer Unterstützung bei der Bereitschaft.