Der Technologie-Riese Microsoft stemmt sich gegen einen erneuten massiven Ausfall seiner Exchange Online-Dienste. Das Unternehmen bestätigte das Problem am Mittwochmorgen um 06:42 Uhr UTC und gab an, dass Nutzer Probleme beim Zugriff auf ihre Mailboxen über verschiedene Verbindungsmethoden erleben. Betroffen sind Outlook im Web, die Outlook-Desktop-Anwendung, Exchange ActiveSync und weitere Exchange-Online-Protokolle.
Microsoft teilte mit, dass die Telemetrie zeige, dass das Problem für betroffene Nutzer nicht mehr auftritt, und die Ingenieure die Servicegesundheit kontinuierlich überwachten. Allerdings melden Kunden weiterhin Zugriffsprobleme auf ihre E-Mails und Kalender – ein Zeichen, dass die Krise noch nicht vollständig überstanden ist.
Parallel zum Exchange-Ausfall kämpft Microsoft auch mit einem separaten Problem beim Microsoft 365 Copilot Web-Zugangs. Nutzer können nicht auf den KI-Chatbot über office.com/chat, m365.cloud.microsoft/chat und copilot.cloud.microsoft zugreifen. Microsoft empfiehlt Kunden, auf die Desktop-Version von Copilot oder die Integrationen in Teams und Office-Anwendungen auszuweichen. Das Unternehmen identifizierte ein Infrastruktur-Problem (Incident ID: MO1253428) und führt Konfigurationsänderungen durch, um die Auswirkungen zu beheben.
Diese neueste Störung reiht sich in eine besorgniserregende Serie von Ausfällen ein. Im Januar 2024 war bereits Exchange Online über das IMAP4-Protokoll betroffen, im November gab es Probleme mit der klassischen Outlook-Desktop-Client. Für deutsche Unternehmen, Behörden und Schulen, die auf Microsoft 365 setzen, wird die Zuverlässigkeit der Cloud-Infrastruktur zunehmend zum kritischen Faktor.
Microsoft hat sich als bevorzugter Cloud-Provider für E-Mail und Produktivitätsdienste etabliert, doch solche gehäuften Ausfälle werfen Fragen zur Redundanz und Fehlertoleranz auf. Viele Organisationen werden ihre Disaster-Recovery-Strategien überprüfen und möglicherweise Hybrid-Lösungen verstärken, um bei zukünftigen Ausfällen handlungsfähig zu bleiben.
