Die Klagen wurden in Louisiana eingereicht, wo IDScan seinen Sitz hat. Sie werfen dem Unternehmen vor, Informationen seiner Geschäftskunden – darunter der weltweit tätige Autovermieter Hertz – nicht ausreichend geschützt zu haben.
Mehrere Kanzleien, unter anderem Markovits, Stock & DeMarco sowie Hall Attorneys, haben zudem Untersuchungen zu möglichen Sammelklagen im Zusammenhang mit dem gemeldeten Sicherheitsvorfall eingeleitet. Nach Angaben von Markovits, Stock & DeMarco hat IDScan um den 1. September herum begonnen, einen Teil seiner Geschäftskunden zu informieren. Die Kanzlei erklärt, betroffen sein könnten Personen, deren Ausweise über Unternehmen eingescannt wurden, die IDScan-Systeme einsetzen, und sucht nach möglichen Klägern für ein Sammelverfahren.
Krebs berichtete außerdem, dass das FBI-Büro in New Orleans eine Ermittlung zu dem Vorfall aufgenommen hat; Reuters bestätigte dies unabhängig. Eine offizielle Stellungnahme der Behörde liegt bislang nicht vor, auf entsprechende Anfragen reagierte sie nicht.
Der illegale Dienst Nexus ist inzwischen nicht mehr online. Cyberkriminelle verfügen jedoch weiterhin über Zugriff auf die Datenbank.
Angesichts des möglichen Ausmaßes des Vorfalls könnten weitere Klagen folgen, darunter Sammelklagen; verwandte Verfahren könnten später zu einem gebündelten Verfahren zusammengeführt werden. Auch Generalstaatsanwälte einzelner Bundesstaaten und Bundesaufsichtsbehörden könnten eigene Untersuchungen oder Durchsetzungsmaßnahmen einleiten – so geschehen bei Datenoffenlegungen vergleichbarer Größenordnung in der jüngeren Vergangenheit, etwa bei 23andMe, Marriott und Equifax.
