Der Rat von G7 und CISA ist konkret: Organisationen sollen zunächst jene Systeme identifizieren, die ihre sensibelsten Informationen und kritischsten Werte enthalten, und diese bei der Migration priorisieren.
Statt Systeme auf einen Schlag auszutauschen, empfehlen die Verfasser, quantenresistente Technik in ohnehin anstehende Aktualisierungen einzubauen. Ein früher Beginn könne den Übergang günstiger und weniger störend machen, heißt es in der Empfehlung.
Die Arbeitsgruppe und die US-Behörde verweisen auch auf wirtschaftliche Folgen des Abwartens: Unternehmen, die quantenresistente Technologien nicht einführen, könnten einen Wettbewerbsvorteil verlieren oder am Ende von Aufträgen ausgeschlossen werden – auch bei der öffentlichen Beschaffung.
„Das bedeutet, dass Organisationen der Bedrohung möglicherweise schon heute ausgesetzt sind", heißt es in dem Dokument mit Blick auf das Abgreifen und Speichern verschlüsselter Daten für eine spätere Entschlüsselung.
Sicherheitsbehörden warnen seit Jahren davor, dass Vorbereitungen nötig sind, lange bevor Maschinen existieren, die heutige Verschlüsselung brechen können. Britische Cybersicherheitsbehörden veröffentlichten im vergangenen Jahr einen Fahrplan, dem zufolge Organisationen ihren Übergang zu quantenresistenter Kryptografie bis 2035 abschließen sollen; Banken, Finanzwesen und Telekommunikation gelten dabei als Vorreiter.
In den USA unterzeichnete Präsident Donald Trump im Juni zwei Executive Orders, die die Entwicklung von Quantentechnologien beschleunigen und Regierungssysteme besser gegen künftige quantenbezogene Cyberbedrohungen absichern sollen.
Die G7 hatte bereits 2024 auf mögliche Auswirkungen für den Finanzsektor hingewiesen und Finanzministerien sowie Zentralbanken aufgefordert, sich auf die von Fortschritten im Quantencomputing ausgehenden „bevorstehenden Bedrohungen" vorzubereiten.
