Das US-Außenministerium hat am Donnerstag eine Belohnung von zehn Millionen Dollar für Informationen zum Aufenthaltsort von Amir Yaryab ausgeschrieben. Der ranghohe iranische Funktionär soll das Cyber-Electronic Command (CEC) der Islamischen Revolutionsgarden anführen.
Nach Darstellung der US-Behörden dirigiert Yaryab mehrere iranische Hackergruppen, die es auf „Sektoren kritischer Infrastruktur einschließlich Verteidigung, Nachrichtenwesen, Schifffahrt, Reisebranche (Hotels und Fluggesellschaften), Energie sowie Finanz- und Telekommunikationssysteme in den Vereinigten Staaten, Europa und dem Nahen Osten" abgesehen hätten.
„Yaryab beaufsichtigt und kontrolliert außerdem Operationen, die von IRGC-CEC-nahen Gruppen wie CyberAv3ngers, Dadeh Afzar Arman (DAA) und Mehrsam Andisheh Saz Nik (MASN) durchgeführt werden. Diese bösartigen Cybergruppen haben Schadsoftware eingesetzt, um zivile Infrastruktur weltweit anzugreifen", teilte das Außenministerium mit. Darüber hinaus soll er die Gruppen Shahid Hemmat und Shahid Shushtari steuern, die Cyberangriffe gegen US-Organisationen ausführen.
CyberAv3ngers war schon zuvor beschuldigt worden, 2023 und 2024 Cyberangriffe auf Wasserversorger verübt zu haben. Im vergangenen Jahr hatte das Außenministerium bereits eine weitere Belohnung von zehn Millionen Dollar für die iranischen Hacker hinter CyberAv3ngers ausgelobt.
Seit Ende Juli warnen US-Stellen davor, dass der Iran seine Angriffe auf die Wasserwirtschaft wieder aufgenommen habe. Betroffen seien mehr als 100 verschiedene Einrichtungen in mindestens zwölf Bundesstaaten.
Seit Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran haben iranische Hacker Cyberangriffe auf einen namhaften Hersteller von Medizingeräten sowie auf das private E-Mail-Konto des FBI-Direktors für sich reklamiert.
Kürzlich warf das Justizministerium Hackern mit Verbindungen zum iranischen Militär vor, E-Mail-Konten von Beschäftigten des Arbeitsministeriums, der Federal Energy Regulatory Commission und mehrerer Organisationen der Vereinten Nationen kompromittiert zu haben. Das Finanzministerium verhängte gegen viele derselben iranischen Staatsangehörigen Sanktionen wegen Cyberangriffen auf kritische Infrastruktur.
