Das Parkgebührensystem der russischen Stadt Perm ist nach einem Cyberangriff letzte Woche wieder vollständig funktionsfähig. Das bestätigten Stadtbehörden am Montag. Der Angriff war ein großflächiger DDoS-Angriff (Distributed Denial-of-Service), der die automatisierte Parkgebühreninfrastruktur der Stadt überforderte und zeitweise komplett lahmlegte.
Zwischen dem 10. und 13. März konnten Autofahrer in Perm nicht für ihre Parkplätze zahlen. Die Stadt kündigte daraufhin an, dass Fahrer für diesen Zeitraum keine Strafzettelvergeben würden. Ein unerwarteter Nebeneffekt des Angriffs: Parken war de facto kostenlos.
Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in Russland. Im Januar 2024 wurden Autofahrer in Krasnodar durch einen DDoS-Angriff auf einen Telekommunikationsanbieter ebenfalls vom Parkgebührensystem abgeschnitten. Im Oktober 2024 traf es die Stadt Tver, nachdem die dortige Stadtverwaltung Ziel eines destruktiven Cyberangriffs wurde. Die ukrainische Cyber Alliance, eine Gruppe von pro-ukrainischen Hackaktivisten, übernahm die Verantwortung für den Angriff auf Tver und gab an, dutzende virtuelle Maschinen, Backup-Speicher, Websites, E-Mail-Systeme und hunderte Arbeitsplatzrechner der Stadtverwaltung gelöscht zu haben.
Bislang hat keine Gruppe die Verantwortung für den Angriff auf Perm übernommen. Es ist unklar, ob ein Zusammenhang zu den vorherigen Attacken besteht. Die Serie von Cyberangriffen auf russische Infrastrukturen reißt jedoch nicht ab: Im Januar 2025 wurde ein großer Brotproduzent in der Region Wladimir angegriffen, was zu Lieferunterbrechungen führte. Ein Angriff auf einen russischen Anbieter von Alarm- und Sicherheitssystemen verursachte massive Ausfälle und Kundenbeschwerden. Auch Buchungs- und Check-in-Systeme russischer Airlines und Flughäfen wurden attackiert.
Für deutsche Städte mit vergleichbaren digitalen Bezahlsystemen im Verkehrssektor liegt hier eine wichtige Lektion vor: Kritische Infrastrukturen benötigen robuste Schutzmaßnahmen gegen DDoS-Angriffe. Eine längere Ausfallzeit könnte nicht nur wirtschaftliche Verluste bedeuten, sondern auch das Vertrauen in digitale Verwaltungsleistungen beschädigen.
