In Florida gab das Verkehrsministerium des Bundesstaats am 31. August bekannt, dass es den Einsatz sämtlicher automatischer Kennzeichenlesegeräte auf den Highways des Staates untersagt — ausdrücklich einschließlich der Geräte von Flock Safety. Wenige Tage zuvor hatte der republikanische Gouverneur Ron DeSantis die Technik scharf kritisiert und ihr einen Verstoß gegen die Privatsphäre der Bürger vorgeworfen. „Wenn man in sein Auto steigen und nach St. Augustine zum Buc-ee’s fahren will, dann geht das die Regierung verdammt nochmal nichts an", sagte DeSantis. In Florida wolle man keinen „digitalen KI-Überwachungsstaat, in dem alles, was wir tun, ständig verfolgt wird". Mehrere Sheriffs im Bundesstaat haben seither ihre Flock-Verträge gekündigt, viele davon nicht nur für Highways, sondern für ihr gesamtes Zuständigkeitsgebiet.

In Texas untersagte der republikanische Gouverneur Greg Abbott am 28. August staatlichen Behörden, Flock-Kameras mit öffentlichen Geldern zu finanzieren. Die Entscheidung fiel unmittelbar vor der Veröffentlichung eines Berichts der Texas Tribune, wonach eine Landesbehörde heimlich 30 Millionen Dollar aus einer Steuer auf Kfz-Versicherungen abgezweigt hatte, um ein weitläufiges Netz von Flock-Kameras zu bezahlen.

„In ganz Texas läuft ein Durchgreifen", erklärte Abbotts Pressesprecher Andrew Mahaleris per E-Mail. In Lufkin sei ein Polizeibeamter wegen Missbrauchs von Flock-Informationen in 100 Punkten wegen Verbrechen angeklagt worden; in weiteren Gemeinden liefen strafrechtliche Ermittlungen. Seit Abbotts Anordnung haben El Paso sowie mehrere kleinere Städte und Landkreise ihre Verträge beendet. Parallel formiert sich eine immer besser organisierte Gegenbewegung. „Sie haben versprochen, uns zu schützen, aber wir sehen, dass der Missbrauch eingetreten ist, und es gibt weiterhin keine Schutzvorkehrungen. Wir müssen Flock abschaffen", sagte Christopher Rivera vom Texas Civil Rights Project vor Kommunalpolitikern.

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In Los Angeles kündigte die Polizeibehörde LAPD im Juli an, ihren Vertrag nicht zu verlängern. Als Begründung nannte sie Vertragsklauseln, die dem Unternehmen das Eigentum an den erhobenen Daten zusprechen. Vorausgegangen war ein Prüfbericht des städtischen Inspector General, laut dem die Behörde binnen nur zweier Monate 161 Fahrzeughalter überprüfte, deren Autos von Flock fälschlich als gestohlen markiert worden waren. „Der Knackpunkt sind sehr klare Bedingungen dazu, wer die Daten besitzt und was mit ihnen geschieht, sobald sie erhoben sind", sagte LAPD-IT-Chef Dean Gialamas. Ein Abschluss steht bislang nicht: Die Verhandlungen mit Flock laufen weiter, wie ein Sprecher der Behörde erklärte. Zudem beschloss die Polizeikommission im Juli, dass neue ALPR-Verträge künftig eine öffentliche Beteiligung und eine Abstimmung der Kommission erfordern.

Am Flock-Standort Atlanta ordnete Bürgermeister Andre Dickens am 17. August eine 30-tägige Überprüfung der Kameras und ihrer Nutzung an. Laut einem Memo an den Stadtrat soll sie Systemnutzung und Regelkonformität, Richtlinien sowie „Korrekturmaßnahmen und die Stärkung von Vorgaben" umfassen. Anlass waren mehrere Missbrauchsfälle, darunter durch acht Beamte im DeKalb County. Hunderte Demonstranten protestierten Mitte August vor der Firmenkonferenz Flock Forward; die Datenschutzorganisation DeFlock zählte in jener Woche 30 geplante Proteste in Georgia. Im Großraum Atlanta, wo Berichten zufolge rund 5.000 der Kameras in Betrieb sind, wurden mehrfach Geräte von Anwohnern zerstört.