Ein Akteur, der unter dem Namen ZeroBytes auftrat, behauptete später, Daten von mehr als 600.000 Personen entwendet zu haben — darunter Namen, Steueridentifikationsnummern, E-Mail-Adressen, Angaben zu Familienverhältnissen sowie Details zum steuerlichen Status.

Der 18-Jährige war den französischen Behörden bereits bekannt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde im Juni 2024 und erneut im Januar 2025 in zwei getrennten Verfahren formell gegen ihn ermittelt; beide Fälle betreffen Cyberangriffe, die er noch als Minderjähriger begangen haben soll. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme stand er in beiden Verfahren weiterhin unter richterlicher Aufsicht.

Französische Medien führen den Verdächtigen unter dem Online-Pseudonym „ChatNoir", seine bürgerliche Identität haben die Behörden nicht öffentlich gemacht. Denselben Berichten zufolge ging es in einem der früheren Verfahren um Angriffe im Umfeld des Hackerkollektivs Epsilon, darunter die Übernahme der X-Konten der französischen Sender BFM-TV und RMC sowie den Diebstahl von Unternehmensdaten. Das zweite Verfahren betrifft den großen Einbruch beim französischen Telekommunikationsanbieter Free aus dem Jahr 2024, bei dem Berichten zufolge Daten von mehr als 19 Millionen Kunden abgeflossen sind; in diesem Fall wurde er im Januar 2025 formell unter Ermittlung gestellt.

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Im ZeroBytes-Verfahren wird ihm eine Reihe von Straftaten vorgeworfen: bandenmäßiger unbefugter Zugriff auf IT-Systeme mit personenbezogenen Daten, Entwendung und Veränderung von Daten, Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung sowie die Weigerung, den Behörden einen Entschlüsselungsschlüssel herauszugeben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft drohen dafür bis zu zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe von 300.000 Euro.

ZeroBytes bekannte sich den Behörden zufolge erstmals am 16. Juli zu Angriffen: Auf einer Darknet-Seite erklärte die Gruppe, sowohl französische öffentliche Einrichtungen als auch private Unternehmen kompromittiert zu haben. Verdächtigt wird sie außerdem, mehrere französische Bildungseinrichtungen, die Arbeitsagentur France Travail, den Telekommunikationsanbieter SFR, die Handelskette Intermarché, den französischen Handballverband und weitere Organisationen angegriffen zu haben.

Frankreich hat es seit einiger Zeit mit einer Häufung von Cyberangriffen und Datenlecks bei Behörden und anderen Einrichtungen zu tun. In diesem Jahr geriet die nationale Agentur für sichere Dokumente ins Visier, die Anträge für Pässe und andere Ausweisdokumente bearbeitet; bei einem separaten Vorfall in einem System des Bildungsministeriums wurden persönliche Daten von Schülern offengelegt. Ebenfalls in diesem Jahr nahm die französische Polizei einen 20-Jährigen fest, dem Dutzende Einbrüche bei Behörden, Sportverbänden und Privatunternehmen vorgeworfen werden.