Grundlage des neuen Verfahrens ist die Kopplung an das Microsoft-Konto. Anwendungen fragen nicht mehr das Geburtsdatum ab, sondern erhalten über die Windows Age API nur ein grob abgestuftes Alterssignal. Fünf Kategorien sind vorgesehen: unter 10 Jahren, 10 bis 12, 13 bis 15, 16 bis 17 und 18 Jahre oder älter. Damit lässt sich der Funktionsumfang einer App an die Altersgruppe anpassen, ohne dass die App präzise personenbezogene Angaben erhält.

Für Entwickler stellt Microsoft zwei Aufrufe bereit. GetUserAgeRangeAsync liefert die Altersgruppe, GetAgeVerificationStatusAsync gibt Auskunft darüber, ob das Alter überprüft wurde oder lediglich auf einer Selbstauskunft beruht. Diese Unterscheidung ist der eigentliche Kern des Modells: Anwendungen können ihre Schutzmechanismen davon abhängig machen, wie belastbar die Altersangabe ist.

Die Prüfung selbst übernimmt ein separater Dienst, die Microsoft Age Verification (MAV). Sie hinterlegt einen verifizierten Altersstatus beim Microsoft-Konto. Microsofts Leitsatz dazu lautet: „Einmal verifizieren, überall nutzen." Apps sollen diesen Status über die Windows Age APIs abfragen können, statt Nutzer immer wieder erneut zum Altersnachweis aufzufordern.

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Regional ist die Altersverifizierung bislang begrenzt: Über Microsofts Verkaufsplattformen ist sie in Singapur, Brasilien und Australien verfügbar. Weitere Regionen sollen folgen, sobald die regulatorischen Anforderungen zunehmen. Ein solcher Zusammenhang zwischen gesetzlichen Vorgaben und Produktentwicklung zeigt sich auch an anderer Stelle: In Regionen wie Frankreich hebt Microsoft die Sichtbarkeit der Kindersicherungs-Einstellungen bereits während der Windows-Einrichtung stärker hervor.

Besonders betont Microsoft, dass die Technik auch für KI-Anwendungen gedacht ist. Dort gewinnen altersgerechte Schutzvorkehrungen nach Darstellung des Unternehmens zunehmend an Bedeutung – Anwendungen könnten ihre Ausgaben und Funktionen künftig also am Alterssignal des angemeldeten Kontos ausrichten.

Aus Sicht von Eltern soll der Ansatz vor allem Konfigurationsaufwand ersparen: Statt jede einzelne App mit Jugendschutzeinstellungen zu versehen, greifen Anwendungen selbst auf das Alterssignal des Systems zu und passen ihre Schutzmaßnahmen an. Der Rollout läuft: Für Teilnehmer des Windows-Insider-Programms sind die Alters-APIs breit verfügbar, für alle übrigen Windows-Nutzer hat Microsoft die Freigabe für die nahe Zukunft angekündigt.