Alby Hub ist eine selbst gehostete Lightning-Wallet: Der Besitzer betreibt sie auf dem eigenen Rechner oder Server, dort liegen auch seine Bitcoin. Konzipiert ist die Software für den Betrieb in einem privaten Netz, die Weboberfläche verlangt eine Anmeldung.
Ob ein Update allein einen bereits erlangten Zugriff eines Angreifers auf einen exponierten Hub beendet, hat Alby nicht mitgeteilt. Der Rat, das Entsperr-Passwort zu ändern, richtet sich genau an diese Gruppe – welche Folge damit rückgängig gemacht werden soll, erklärt keine veröffentlichte Quelle.
In der Projektdokumentation findet sich inzwischen die Warnung, den Hub nicht ins öffentliche Internet zu stellen, weil der Server auf sämtlichen Netzwerkschnittstellen der Maschine lauscht und nicht nur lokal. Diese Warnung ist neu: Sie stammt aus einer Dokumentationsänderung, die am 7. September übernommen wurde. In deren eigener Beschreibung heißt es, mehrere Einrichtungsanleitungen hätten den Server so dargestellt, als laufe er „auf localhost, während er tatsächlich auf allen Netzwerkschnittstellen lauscht". Dieselbe Änderung stellte die Docker-Datei des Projekts so um, dass Port 8080 nicht mehr an alle Adressen, sondern nur noch an die Maschine selbst veröffentlicht wird.
Zuvor hieß es in der Anleitung für den Betrieb auf einem Linux-Server, der Hub laufe auf localhost; wer ihn öffentlich machen wolle, solle einen Reverse-Proxy einsetzen. Die README-Datei enthielt die Warnung weder in der ältesten noch in der neuesten betroffenen Version – und auch in der aktuellen Ausgabe nicht.
Am 9. September, dem Tag der Warnung, beschrieben Albys eigene Anleitungen für den Betrieb auf einem Cloud-Server weiterhin eine zum Internet hin offene Konfiguration. Die DigitalOcean-Anleitung weist den Leser an, die öffentliche Adresse des Servers eingeschaltet zu lassen, weil sie „nötig ist, damit Sie Alby Hub im Browser öffnen können", und den Hub dann unter dieser Adresse aufzurufen. Die Hetzner-Anleitung führt durch das Anlegen einer Firewall-Regel für Port 8080 mit der Quelle „beliebige IPv4 und beliebige IPv6, oder Ihre eigene IP-Adresse für mehr Sicherheit"; die dortige Beispiel-Docker-Datei veröffentlicht den Port an alle Adressen.
Es ist nicht der erste Fall, in dem ein offen erreichbarer Alby Hub übernommen wurde. Im November 2025 antwortete Alby einem Nutzer, dessen Hub geleert worden war, die Maschine sei „öffentlich im Clearnet erreichbar gewesen, sodass von außen darauf zugegriffen werden konnte". Nach Darstellung des Unternehmens handelte es sich dabei um ein anderes Problem und nicht um diese Schwachstelle: Die Einrichtung des Hubs sei nie abgeschlossen gewesen, es existierte kein Entsperr-Passwort, und der Angreifer schloss die Einrichtung selbst ab. Danach stellte eine Änderung an der Umbrel-App den Alby Hub hinter Umbrels eigene Anmeldung, die dafür bis dahin abgeschaltet war. Umbrels App-Store installiert heute v1.24.0, Albys eigener Umbrel-Eintrag v1.21.4 – beide neuer als die korrigierte Fassung, was allerdings nur den heutigen Stand der Stores beschreibt, nicht die tatsächlich laufenden Installationen.
Zwei Fragen lässt die Warnung offen: Nutzer sollen die installierte Version prüfen, woraus sich nicht ergibt, ob Alby Cloud die Sache für sie bereits erledigt hat. Zudem nennt Alby v1.7.0 als Beginn des betroffenen Bereichs, ohne zu sagen, wie es um die älteren Ausgaben bis zurück zu v1.0.2 steht. The Hacker News hat Alby beide Fragen sowie die Frage vorgelegt, was die Passwortänderung rückgängig machen soll.
