Andersen sprach nach dem Interview auch mit Journalisten und betonte, CISA müsse dringend personell aufstocken. Etwa 250 künftige Beschäftigte seien bereits ausgewählt und eingestellt, ihre Sicherheitsfreigaben stünden jedoch noch aus. Der Personalbedarf ist die Folge eines massiven Aderlasses: Rund ein Drittel der Belegschaft verlor die Behörde nach den DOGE-bezogenen Kürzungen sowie durch Abgänge im ersten Jahr der Trump-Regierung.

Ende Juni hatte der Minister für Heimatschutz, Markwayne Mullin, zugesagt, etwa 600 Stellen bei CISA wieder zu besetzen. „Wir wollen die erste Adresse für Cybersicherheit in diesem Land sein", sagte Mullin damals. „Das heißt, wir werden wieder aufstocken. Wir sind derzeit etwa halb so stark besetzt, wie wir es sein müssten."

Die Einstellungen konzentrieren sich laut Andersen auf die operative Abteilung, den Bereich Cybersicherheit, die Abteilung für Infrastruktursicherheit sowie die Abteilung für Notfallkommunikation. Priorität hätten außerdem Mitarbeiter in den Regionen und im Außendienst.

Anzeige

Als entscheidende neue Größe bezeichnete Andersen gegenüber Reportern die Bedrohung durch künstliche Intelligenz. Meldungen über außer Kontrolle geratene KI-Agenten erscheinen nahezu täglich; ein Forscher des KI-Unternehmens Anthropic erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, er verlasse das Unternehmen aus Sorge um die Sicherheit seiner fortgeschrittenen Modelle.

Für Betreiber von Infrastruktur sei die Situation kaum zu bewältigen, sagte Andersen: „Das ist, glaube ich, für viele Infrastrukturbetreiber eine überwältigende Zeit — sie denken nur: ‚Um Himmels willen, ich werde gleich von Schwachstellen erdrückt und überrollt.'"

Andersens Argumentation verknüpft damit zwei Stränge: die über Jahrzehnte aufgelaufene technische Schuld in gewachsenen IT-Landschaften und die Geschwindigkeit, mit der KI-gestützte Werkzeuge neue Angriffsmöglichkeiten eröffnen. Seine Botschaft an das Fachpublikum in Washington war weniger eine Beschreibung eines akuten Vorfalls als ein Appell, die Veränderungen bei CISA und bei den Betreibern kritischer Infrastruktur schneller anzugehen — bevor sich das eintritt, was er als „das Schlimmste, was passieren kann" bezeichnet.

Die Aussagen fielen im Rahmen des Billington CyberSecurity Summit in Washington, D.C. Über das Interview und die anschließenden Äußerungen berichtete Suzanne Smalley für The Record.